Wirtschaft
Deutsche Unternehmen fürchten, ihre Aufträge in Russland dauerhaft an China zu verlieren.
Deutsche Unternehmen fürchten, ihre Aufträge in Russland dauerhaft an China zu verlieren.(Foto: REUTERS)

Russland-Geschäft in Gefahr: Deutsche Wirtschaft fürchtet Sanktionen

Mit Sanktionen können Europa und die USA die russische Wirtschaft hart treffen. Deutsche Unternehmen warnen, dass die Strafmaßnahmen auch ihnen schaden würden. Sie fürchten einen Exporteinbruch - und die Reaktion aus Russland.

Die deutsche Wirtschaft befürchtet bei scharfen Sanktionen gegen Russland den Verlust lukrativer Geschäfte an die Konkurrenz. Weitergehende Wirtschaftssanktionen würden "zu einer deutlichen Hinwendung der russischen Wirtschaft und Politik nach Asien, insbesondere nach China, führen", heißt es in einem Positionspapier der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, dass unter anderem an die Bundesregierung gerichtet ist. "Ein solcher Verlust von Marktpositionen europäischer und deutscher Unternehmen würde angesichts schon jetzt schwieriger Marktverhältnisse langfristig und nachhaltig sein."

Deutsche Unternehmen rechnen bei scharfen Sanktionen gegen Russland mit einem Verlust von Wettbewerbsfähigkeit, Marktanteilen und Arbeitsplätzen. "Das entstehende Vakuum wird mit hoher Wahrscheinlichkeit von anderen Ländern gefüllt", heißt es in dem Papier. Auch drohe eine verstärkte Vergabe von Aufträgen an örtliche Wettbewerber sowie die Stornierung oder zeitliche Streckung von Projekten durch russische Auftraggeber.

Privatrechtliche Konsequenzen in Russland

Allein die Androhung von Wirtschaftssanktionen beeinträchtige die Planungssicherheit der etwa 6000 in Russland aktiven deutschen Unternehmen, warnte die Kammer. Schon jetzt gebe es "zum Teil auch massive Auswirkungen". Die Exporte nach Russland waren im Januar/Februar um 16 Prozent eingebrochen.

Im Fall von Handelssanktionen fürchtet die deutsche Wirtschaft zudem rechtliche Konsequenzen. "Die Verträge zwischen den Unternehmen sind auf privatwirtschaftlicher Grundlage geschlossen und enthalten bei Nichteinhaltung massive Kompensationen, die von russischer Seite vor internationalen Gerichten mit großer Aussicht auf Erfolg eingeklagt werden könnten", heißt es in dem Papier weiter.

Wegen des russischen Vorgehens im Ukraine-Konflikt drohen die EU und die USA mit harten Wirtschaftssanktionen. Bislang wurden Kontensperrungen und Einreiseverbote gegen Privatpersonen verhängt. Die Auslandshandelskammer fordert eine diplomatische Lösung des Konflikts, die ohne Sanktionen auskommt.

Quelle: n-tv.de

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