Wirtschaft
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Großes Risiko bei Eurorettung: Deutschland droht Mega-Verlust

Griechenland, Spanien, Portugal, Italien: Ein Staatsbankrott der Eurozonen-Sorgenkinder könnte Deutschland teuer zu stehen kommen. Ifo-Chef Sinn spricht von fast 700 Milliarden Euro. Bei einem Zusammenbruch des Euro kämen noch einmal 300 Milliarden Euro für nicht einbringliche Notenbank-Forderungen hinzu.

Die Krise in der Eurozone könnte Deutschland nach Einschätzung des Chefs des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo), Hans-Werner Sinn, bis zu eine Billion Euro kosten. "Der in Griechenland verlorene Betrag von etwa 80 Milliarden Euro ist klein im Vergleich zu der Summe, für die wir insgesamt haften: Um den Euro zu retten, sind wir bereits gewaltig ins Risiko gegangen", sagte Sinn der "Rheinischen Post".

Die Bundesrepublik verliere bei einem möglichen Staatskonkurs Italiens, Griechenlands, Spaniens und Portugals über 600 Milliarden Euro. "Und wenn der Euro zusätzlich zerbrechen sollte, kommen noch einmal gut 300 Milliarden für nicht einbringliche Notenbank-Forderungen hinzu. Insgesamt könnte dann eine knappe Billion Euro weg sein", so der Ökonom.

Sinn sprach sich erneut für den Austritt Griechenlands aus der Eurozone aus. "Schon vor zwei Jahren habe ich gesagt, dass Griechenland im eigenen Interesse aus der Eurozone austreten sollte. Griechenland würde im Euro nie die Wettbewerbsfähigkeit erlangen, die es braucht, um aus seiner wirtschaftlichen Depression wieder heraus zu kommen", ergänzte er.

In Griechenland stehen Mitte Juni Neuwahlen an, weil die Abstimmung von Anfang Mai keine klaren Mehrheitsverhältnisse geschaffen hat und eine Regierungsbildung gescheitert ist. Umfragen zufolge können die Gegner des strikten, von EU und IWF auferlegten Sparkurses mit Zugewinnen rechnen. Es wird befürchtet, dass das Land damit auf den Staatsbankrott und eine Rückkehr zur Drachme zusteuern könnte.

Quelle: n-tv.de

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