Wirtschaft
Kanzlerin Merkel wollte unbedingt verhindern, dass Frankreich mehr Einfluss als Deutschland auf EADS bekommt.
Kanzlerin Merkel wollte unbedingt verhindern, dass Frankreich mehr Einfluss als Deutschland auf EADS bekommt.(Foto: picture alliance / dpa)

EADS bleibt fest in staatlicher Hand: Deutschland wird direkter Aktionär

Der Bund wird offenbar neben Frankreich direkter Anteilseigner des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS. Einem Zeitungsbericht zufolge enigen sich Paris und Berlin auf ein Anteilsmodell, nach dem beide Seiten künftig zwölf Prozent halten. Das Kräftegleichgewicht zwischen den Staaten ist damit gewahrt. Und Kanzlerin Merkel bekommt ihren Willen.

Die Bundesregierung bereitet einem Bericht des "Handelsblatts" zufolge ihren Einstieg als direkter Anteilseigner beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS vor. Der deutsche Anteil solle künftig bei zwölf Prozent liegen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise. Frankreich hat sich demnach dazu bereiterklärt, seinen Anteil von derzeit 15 auf ebenfalls zwölf Prozent zu reduzieren. Damit würde das Gleichgewicht zwischen Deutschland und Frankreich erhalten bleiben.

Spanien solle weiterhin 5,5 Prozent an dem Konzern halten. Bisher halten Deutschland, Frankreich und Spanien - direkt oder indirekt - rund 50 Prozent an EADS. Auf deutscher Seite sind 22,5 Prozent im Besitz des Autoherstellers Daimler, der bislang die Rolle des Statthalters für die Bundesregierung erfüllte, und eines Konsortiums aus öffentlichen und privaten Banken. Auf französischer Seite sind es ebenfalls 22,5 Prozent, die dem Staat und dem französischen Lagardère-Konzern gehören.

Privatisierung schwer gemacht

Daimler strebt seit längerem einen Verkauf von Anteilen an. Konzern-Chef Dieter Zetsche hatte der Bundesregierung wiederholt klar gemacht, dass er bis zum Jahresende aussteigen wollte. Die Bundesregierung wiederum hatte sich zwar immer wieder für einen Verkauf an einen privaten Investor ausgesprochen, dieser Plan scheiterte jedoch.

Zuletzt platzten die Fusionsverhandlungen mit dem britischen Rivalen BAE Systems, die bereits weit fortgeschritten waren, mit einem großen Knall. Bundeskanzlerin Angela Merkel fürchtete um den politischen Einfluss Deutschlands bei dem Konzern ebenso wie um die Standorte und die damit verbundenen Arbeitsplätze. Der Lagardère-Konzern will sich aller Voraussicht nach im kommenden Jahr aus EADS zurückziehen.

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Quelle: n-tv.de

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