Wirtschaft
Die eventuelle Einigung auf die Zahlung von 17 Milliarden Dollar ist nicht die erste Milliardensumme, mit der sich die Bank of America "freikauft".
Die eventuelle Einigung auf die Zahlung von 17 Milliarden Dollar ist nicht die erste Milliardensumme, mit der sich die Bank of America "freikauft".(Foto: picture alliance / dpa)

Von Geldwäsche bis Anlegerbetrug: Die Milliardenstrafen der Großbanken

Bis zu 17 Milliarden Dollar (12,7 Milliarden Euro) wird die Bank of America wohl zahlen, um einem Strafverfahren wegen dubioser Geschäfte mit Immobilienkrediten zu entgehen. Diese Summe ist die größte zivilrechtliche Zahlungsauflage, die einem einzigen Unternehmen in den Vereinigten Staaten jemals aufgebrummt wurde. Die US-Behörden haben in den vergangenen Jahren eine Reihe von Milliardenstrafen gegen Finanzinstitute verhängt:

25 Milliarden Dollar für Wells Fargo, JP Morgan Chase, Citigroup, Bank of America und Ally Financial:

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Die fünf US-Banken erklärten sich im Februar 2012 zur Zahlung dieser Rekordstrafe bereit, um ein Verfahren wegen widerrechtlicher Zwangsräumungen während der Immobilienkrise zu vermeiden. Der Großteil der Summe kam überschuldeten Hausbesitzern zugute, die Entschädigungen und günstigere Konditionen zur Finanzierung ihrer Kredite erhielten.

13 Milliarden Dollar für JP Morgan Chase

Der Wall-Street-Gigant stand im November 2013 für dubiose Geschäfte mit Immobilienkrediten vor und während der Finanzkrise gerade. Auch hier floss ein Teil des Geldes an geschädigte Hausbesitzer.

11,6 Milliarden Dollar für die Bank of America

Mit diesem Vergleich legte die Großbank im Januar 2013 ihren Streit mit dem staatlichen US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae wegen des Verkaufs fauler Immobilienkredite bei. Die Bank of America und ihre in der Finanzkrise übernommene Tochter Countrywide Financial hatten die schlecht abgesicherten Kredite einkommensschwacher US-Hausbesitzer mit einer guten Bonität versehen und Investoren so hinters Licht geführt.

9,5 Milliarden Dollar für die Bank of America

Auch bei diesem Ende März geschlossenen Vergleich mit der Aufsichtsbehörde FHFA musste die zweitgrößte US-Bank für dubiose Praktiken mit Immobilienkrediten büßen. Die Zahlungen gingen neben Fannie Mae an den zweiten staatlichen Hypothekenfinanzierer Freddie Mac.

8,9 Milliarden Dollar für die französische Großbank BNP

Sie erklärte sich Ende Juni zur Zahlung dieser Summe bereit, um ein drohendes Gerichtsverfahren in den USA wegen Sanktionsverstößen abzuwenden. Die BNP hatte zwischen 2002 und 2009 Geschäfte mit dem Sudan, Iran und Kuba gemacht. Die 8,9 Milliarden Dollar sind die höchste Strafe, die je einer ausländischen Bank in den USA auferlegt wurden.

8,5 Milliarden Dollar für die Bank of America

Bereits im Juni 2011 entschädigte das Finanzinstitut eine Gruppe von Privatinvestoren, die mit Ramschanleihen viel Geld verloren hatten.

2,6 Milliarden Dollar für Credit Suisse

Das Schweizer Geldhaus bekannte sich im Mai dieses Jahres schuldig, reichen US-Bürgern bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben.

2,6 Milliarden Dollar für JP Morgan Chase

Mit diesem Betrag kaufte sich die US-Bank im Januar in der Affäre um den Milliardenbetrüger Bernard Madoff frei. Das Geld ging vor allem an die US-Behörden, die damit Opfer des größten Börsenbetrugs der Geschichte entschädigen. Ein Teil floss auch an den Insolvenzverwalter der Gesellschaft Madoffs.

1,9 Milliarden Dollar für HSBC

Die britische Bank erklärte sich im Dezember 2012 zu dieser Strafzahlung bereit, um ein Verfahren wegen Geldwäsche-Vorwürfen zu vermeiden. Dem Geldhaus wurde unter anderem vorgeworfen, Geschäfte mit Terroristen und Drogendealern abgewickelt zu haben.

Quelle: n-tv.de

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