Wirtschaft

Sanktionen gegen Russland: "Die deutsche Wirtschaft leidet"

Seit mehr als einem Jahr gelten die EU-Sanktionen gegen Russland. Vertreter der deutschen Wirtschaft erwarten eine Belebung des Handels frühestens für 2017. Deutsche Unternehmen spüren immer mehr die Folgen der Sanktionen.

Russland befindet sich in der Rezession.
Russland befindet sich in der Rezession.(Foto: imago/ITAR-TASS)

Die deutsche Wirtschaft erwartet auch im kommenden Jahr kein Wachstum im Handel mit dem von EU-Sanktionen betroffenen Russland. "Der Markt kommt erst 2017 wieder richtig in Schwung", sagte der Präsident der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, Rainer Seele in Berlin. "Die deutsche Wirtschaft leidet in Russland, und sie leidet sehr deutlich."

Nach einer Prognose des Deutschen Industrie- und Handelskammertages dürften sich die Exporte in das lange Zeit boomende und jetzt in einer schweren Rezession steckende Schwellenland in diesem Jahr auf gut 20 Milliarden Euro summieren. "Das ist fast schon eine Halbierung verglichen mit 2013", sagte DIHK-Außenhandelchef Volker Treier. 2016 dürften die Warenexporte noch einmal um ungefähr fünf Prozent schrumpfen.

Zwei Drittel der in Russland aktiven deutschen Unternehmen spüren negative Folgen der Sanktionen, die wegen des russischen Vorgehens auf der Krim und in der Ostukraine verhängt wurden. Das ergab eine Umfrage der Auslandshandelskammer unter rund 850 Firmen. Im August 2014 sagten das nur 38 Prozent. Jedes zweite Unternehmen klagt über Beschränkungen am Finanzmarkt. Jede vierte Firma fühlt sich von den Sanktionen bei Dual-Use-Gütern betroffen, die sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke genutzt werden können.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in dieser Woche erneut für die Verlängerung der am 31. Januar auslaufenden Sanktionen um sechs Monaten ausgesprochen. Es müsse bei der Koppelung der Sanktionen an die Umsetzung des Minsker Friedensabkommens für die Ostukraine bleiben.

Quelle: n-tv.de

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