Freitag, 18. Dezember 2009
Scharfe Kritik an Banken: Diekmann fürchtet neue Blase
Allianz-Chef Michael Diekmann warnt vor neuen Turbulenzen an den Finanzmärkten und kritisiert das Verhalten der Banken. "Wir finanzieren gerade die nächste Finanzblase".Am Markt sei sehr viel billiges Geld vorhanden, das die Investoren dazu verleite, hohe Risiken einzugehen, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Laut Diekmann nutzen vor allem Banken die Gelegenheit, um mit diesem Kapital Eigenhandel zu betreiben. Dieser schaffe allerdings letzten Endes keinen Wert. Diekmann forderte die Banken auf, mehr Risiken im Kundengeschäft einzugehen. Er spielte damit auf das Problem an, dass es derzeit für viele Unternehmen schwer ist, an Kredite zu kommen.
Kritik übte der Top-Manager auch an den nach wie vor hohen Gehaltszulagen für Bankmanager. "Diese Boni-Exzesse sind unerträglich", sagte Diekmann. Sie seien jedoch nur schwer in den Griff zu bekommen, wenn nicht auch rigoros andere Finanzfirmen wie Hedgefonds kontrolliert würden.
Völlig überzogen ist es nach Diekmanns Ansicht, wenn in Amerika mancher Banker 100 Millionen Dollar Antrittsprämie erhalte. In Deutschland sei dies allerdings nicht der Fall, betonte er. Diekmann selbst verdiente im vergangenen Jahr 3.8 Millionen Euro brutto. Die Allianz ist der größte Versicherungskonzern Europas mit mehr als 155.000 Beschäftigten.
wne/SZ
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