Freitag, 11. Dezember 2009
Umstrittenes Kraftwerksprojekt: Dong enttäuscht Merkel
Der dänische Energiekonzern Dong Energy verzichtet auf eines der größten Kohlekraftwerksneubau in Deutschland. Der Aufsichtsrat in Kopenhagen bläst das Vorhaben ab.
Im Ostseebad Sellin warb die Kurverwaltung für eine Initiative gegen den Kraftwerksbau des dänische Staatskonzern Dong Energy.
(Foto: picture alliance / ZB)
Das 2,3 Mrd. Euro teure Kraftwerk in Lubmin bei Greifswald sollte aus zwei Blöcken mit jeweils 800 Megawatt Leistung bestehen. Für das Vorhaben hatte sich wiederholt auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgesprochen.
Dem Rückzug des mehrheitlich im Besitz des dänischen Staates befindlichen Unternehmens waren mehrjährige heftige Proteste von Umweltverbänden und Bürgerinitiativen vorausgegangen.
Bereits im Oktober hatte Dong Pläne zum Bau eines Kraftwerks im niedersächsichen Emden aufgegeben und dafür sinkende Nachfrage, fallende Strompreise und die Straffung seiner Kapitalstruktur als Gründe genannt.
Den Rückzug aus Mecklenburg-Vorpommern begründete Dong damit, dass man nicht mehr davon überzeugt sei, dass das Projekt den erforderlichen politischen Rückhalt genieße.
Ministerpräsident Erwin Sellering wies diese Darstellung zurück. Die Landesregierung habe ein faires rechtsstaatliches Genehmigungsverfahren sichergestellt. "Es ist die freie Entscheidung von Dong Energy, sich aus dem Kraftwerksprojekt zurückzuziehen", betonte der SPD-Politiker.
Jubel auf Rügen
Das im Jahr 2007 begonnene Genehmigungsverfahren hatte sich immer wieder in die Länge gezogen. Die Liste der von den Genehmigungsbehörden verlangten Auskünfte hatte das Unternehmen bis zuletzt nicht vollständig abgearbeitet.
Im Fokus standen vor allem die Auswirkungen des Kraftwerks auf die sensible Natur an der Ostseeküste. Unweit des geplanten Kraftwerksstandorts liegt Deutschlands größte Ferieninsel Rügen. Umweltschützer lehnen den Bau neuer Kohlekraftwerke wegen der hohen CO2-Emissionen ab.
dpa
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