Wirtschaft
Rupert Stadler kommt ganz schlecht weg.
Rupert Stadler kommt ganz schlecht weg.(Foto: dpa)
Sonntag, 25. Juni 2017

"Keine Visionen", "intrigant": Dossier attackiert Audi-Vorstände

Es kracht gewaltig bei Audi: In einem internen Dossier werden Vorstandschef Stadler und mehrere Vorstände von Managern des Autobauers scharf angegangen. Vor allem Nicht-Entscheidungen frustierten Mitarbeiter, heißt es.

Die Spitze der Autobauers Audi um Vorstandschef Rupert Stadler ist einem Medienbericht zufolge in einem internen Dossier scharf kritisiert worden. "Vom Vorstand gibt es keine Signale zu Aufbruch, Veränderung, Zukunftsfähigkeit. Desaströse Nicht-Entscheidungen frustrieren die Mitarbeiter", zitiert die "Bild am Sonntag" aus einem Papier, das von Audi-Managern erstellt worden sei.

In dem vertraulichen Dossier würden auch einzelne Vorstände beurteilt. Über Vorstandschef Stadler heiße es: "Keine Visionen, kein strategisches Zielbild. Nach fast zehn Jahren an der Spitze unglaubwürdig als zupackender Veränderer." Zudem fehle es Stadler an Empathie. "Er entscheidet letztmöglich oder gar nicht mit hohen Opportunitätskosten."

Zu Finanzvorstand Axel Strotbeck heißt es in dem Dossier: "Ängstlich getrieben und im Vorstand nicht akzeptierter Erbsenzähler." Er wirke nach zehn Jahren in der Position "nervös wie ein junger Assistent" und er sei "beim Thema Diesel überfordert". Personalvorstand Thomas Sigi sei "gern in großen Runden intrigant und neidisch".

Produktionsvorstand Hubert Waltl werde in dem Papier "peinliches Statusgehabe mit akademischen Titeln" angelastet. Zudem sei er "intellektuell schnell überfordert". Beschaffungsvorstand Bernd Martens werde als "muffiger Typ" mit einem "teigigen Image" beschrieben, der "kaum da" sei.

Etwas besser komme Marketingvorstand Dietmar Voggenreiter weg. Er sei "hochintelligent, analytisch stark, einziger Car-Guy im Vorstand" - allerdings vom "Typus Zigarre, Rotwein, goldene Rolex".

Ein Audi-Sprecher sagte, dass es keine Pläne zur Ablösung Stadlers gebe. Trotz des Diesel-Skandals hatte der Aufsichtsrat Mitte Mai Stadler fünf weitere Jahre an der Audi-Spitze bestätigt.

Quelle: n-tv.de

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