Wirtschaft
Die Eignerfamilie hinter der Banco Espirito Santo hat Schulden von rund 850 Millionen Euro nicht gezahlt.
Die Eignerfamilie hinter der Banco Espirito Santo hat Schulden von rund 850 Millionen Euro nicht gezahlt.(Foto: REUTERS)

Eigner-Familie zahlt Schulden nicht: Droht Portugals größter Bank die Pleite?

Die Geldprobleme bei Banco Espirito Santo werden immer größer: Eine Investmentfirma der Familie, die hinter der größten portugiesischen Bank steht, ist offenbar pleite. Das bringt andere Unternehmen in die Bredouille - und womöglich die Bank selbst.

Die Finanzschwierigkeiten der größten portugiesischen Bankiersfamilie Espirito Santo werden immer dramatischer. Eine Investmentgesellschaft der Familie, die hinter Portugals größtem Finanzinstitut Banco Espirito Santo (BES) steht, ist offenbar Pleite. Die Firma Rioforte aus dem Imperium der Familie hat Schulden von 847 Millionen Euro nicht zurückgezahlt, die am Dienstag fällig gewesen wären. Rioforte will "in den nächsten Tagen" einen Insolvenzantrag stellen, heißt es aus informierten Kreisen.

Die Zahlungsprobleme der Familie wirken sich damit auch auf andere portugiesische Unternehmen aus. Denn das Geld schuldet die Familienholding Rioforte der Portugal Telecom. Dadurch kann sich der größte Telekom-Anbieter des Landes nicht im geplanten Umfang an der Fusion mit der brasilianischen Grupo Oi beteiligen. Portugal Telecom kündigte rechtliche Schritte gegen Rioforte an, um das Geld zurückzubekommen. Durch die fehlende Zahlung sinkt der Anteil von Portugal Telecom an dem fusionierten Unternehmen auf 25,6 Prozent statt 38 Prozent wie geplant. Portugal Telecom hat sechs Jahre Zeit, seinen Anteil aufzustocken.

Auch für die Bank selbst hat der Zahlungsausfall womöglich Folgen: Rioforte hält 49 Prozent am Kapital der Espírito Santo Financial Group (ESFG). Diese wiederum ist mit 20,1 Prozent der größte Anteilseigner bei der Bank BES. Dach-Holding ist die Espírito Santo International (ESI), bei der kürzlich Unregelmäßigkeiten bekannt geworden waren. Sie soll Verluste von 1,3 Milliarden Euro verschleiert haben.

Die Enthüllungen führten zu Turbulenzen rund um die BES als führende Privatbank in Portugal und weckten zugleich auch Zweifel an der Zahlungsfähigkeit anderer portugiesischer Banken und des Staates. Am Mittwoch schien der Kursverfall der BES  vorerst gestoppt zu sein. Die Papiere legten bis zu 20 Prozent zu. In Berichten hatte es geheißen, der neue Chef könne dem Geldhaus neue Aktionäre bringen.

Quelle: n-tv.de

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