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Was im Kleinen klappt, könnte bald auch schon die Großen antreiben: Bis zum Einsatz unter dem Flügel einer A380 ist es noch ein weiter Weg.
Was im Kleinen klappt, könnte bald auch schon die Großen antreiben: Bis zum Einsatz unter dem Flügel einer A380 ist es noch ein weiter Weg.(Foto: AP)

"Wir elektrifizieren die Luftfahrt": EADS arbeitet am Elektro-Flugzeug

In Le Bourget bei Paris schmiedet der Airbus-Mutterkonzern EADS ein Bündnis, das den zivilen Flugverkehr für immer verändern könnte. Zusammen mit Diamond Aircraft und dem Industrieschwergewicht Siemens arbeitet die neue Forschungsallianz an einem revolutionären Flugzeugtriebwerk.

Das Prinzip funktioniert: Der "E-Star" von Diamond Aircraft beim Jungfernflug (Archivbild).
Das Prinzip funktioniert: Der "E-Star" von Diamond Aircraft beim Jungfernflug (Archivbild).(Foto: diamond-air.at)

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS und der österreichische Flugzeugbauer Diamond Aircraft wollen zusammen mit dem Industriekonzern Siemens praxistaugliche Elektro-Antriebe für den Einsatz in der Luftfahrt entwickeln.

Auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget schlossen die drei Unternehmen eine Vereinbarung, in der von einer "langfristigen Forschungspartnerschaft" die Rede ist. "Heute elektrifizieren wir die Luftfahrt und begeben uns auf die Reise zu den Antrieben der Zukunft", sagte EADS-Chef Tom Enders. "Elektroflugzeuge sind ein zentrales Element unserer Forschung für die Zukunft der Luftfahrt."

Den Einsatz von Elektromotoren im Flugzeugbau sieht Enders noch ganz am Anfang seiner Entwicklungsgeschichte. "Erst in den nächsten Jahrzehnten werden wir erfahren, wohin der Weg uns führt, welche Gestalt und Form der Elektroantrieb annehmen wird", erklärte der EADS-Chef, der vor seinem Aufstieg an die EADS-Spitze die Flugzeugsparte Airbus geleitet hatte. "Aber wir wissen, dass wir bei der Erprobung von Alternativen zu fossilen Treibstoffen keine Zeit verlieren dürfen."

Ziel der Partnerschaft sei die Einführung von hybriden Antriebssystemen sowohl für Hubschrauber also auch für Großflugzeuge, hieß es. Der Zeitplan erscheint ambitioniert: Die ersten Zulassungen für Luftfahrzeuge mit reinem Elektroantrieb und mit Hybridantrieb soll in nächsten drei bis fünf Jahren erreicht werden.

Weniger Abgase, weniger Lärm

Zuvor hatte Siemens für ein Propellerflugzeug von Diamond Aircraft bereits eine Hybrid-Maschine entwickelt, die aus einem elektrischen Antriebsteil und einem Elektrogenerator besteht, der von einem kleinen Kraftstoffmotor angetrieben wird.

Dabei handelt es sich um einen sogenannten seriellen Hybrid-Antrieb, bei dem der Propeller nicht direkt mit dem Kraftstoffmotor verbunden ist, sondern nur mit dem Generator. Der Verbrennungsmotor erzeugt dabei lediglich die elektrische Energie, die dann in möglichst leichten und gleichzeitig hocheffizienten Batterien gespeichert wird, um bei Bedarf zur Verfügung zu stehen.

Mit dieser Antriebsart sei die Konstruktion von Flugzeugen möglich, "die völlig andere Eigenschaften als heutige Maschinen" hätten, erklärte Diamond-Aircraft-Inhaber Christian Dries. Treibstoffverbrauch und Abgasemissionen könnten um ein Viertel gesenkt werden. Auch der Lärm werde drastisch reduziert. Hohe Reisegeschwindigkeiten könnten schneller erreicht werden, und auch Senkrechtstarts würden einfacher.

Eine Maschine vom Typ "DA36 E-Star" - das nach Firmenangaben "erste seriell-hybride Elektroflugzeug der Welt" - präsentierte Diamond Aircraft bereits vor zwei Jahren in Le Bourget.

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Quelle: n-tv.de

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