Gallois setzt auf ZukäufeEADS will Umsatz verdoppeln
Der Chef des Luftfahrtkonzerns EADS, Louis Gallois, will den Umsatz des Unternehmens in den kommenden zehn Jahren verdoppeln und setzt dabei vor allem auf Übernahmen.
"Wir wollen unseren Umsatz bis 2020 von heute 43 auf rund 80 Mrd Euro verdoppeln", sagte Gallois der "WirtschaftsWoche". "Das geht natürlich nicht nur mit organischem Wachstum." Akut stünden zwar keine Übernahmen an. "In der derzeitigen Krise liegen die Prioritäten zunächst auf dem Schutz unserer Liquidität und unseren Programmen zur Effizienzsteigerung. Langfristig müssen wir jedoch ein Gleichgewicht zwischen organischem Wachstum und Zukäufen finden." Dabei wolle EADS vor allem den Service-Bereich, die Raumfahrt und den Militärbereich stärken.
Entgegen anderer Spekulationen hat EADS noch nicht entschieden, ob sich der Konzern an der erneuten Ausschreibung des Auftrages zum Bau von Tankflugzeugen für die USA beteiligen wird. "Wir haben nie gesagt, dass wir uns aus dem Wettbewerb zurückziehen, sondern lediglich unsere Bedenken an dem gegenwärtigen Ausschreibungsentwurf geäußert", so Gallois. "Eine Entscheidung über eine Teilnahme werden wir treffen, sobald uns die finale Ausschreibung vorliegt."
Allerdings biete der jetzige Entwurf keine Möglichkeit für eine Teilnahme. "Unser Partner Northrop Grumman und wir sind uns einig, dass wir uns an der Ausschreibung in ihrer gegenwärtigen Form nicht beteiligen können. Denn derzeit sieht es so aus, als ob es nicht mehr um das beste Preis-Leistungs-Verhältnis gehen würde, sondern nur noch darum, wer das billigste Flugzeug mit einem minimalen Leistungsvermögen baut. Da fallen die Dinge, bei denen unser Flugzeug klare Vorteile hat und die bei der letzten Ausschreibung entscheidend waren, nicht mehr ins Gewicht - vor allem die Fähigkeit, mehr Treibstoff, mehr Ladung oder mehr Passagiere transportieren zu können."