Wirtschaft
In der EU werden noch deutlich weniger Batterien produziert als in den USA und Asien.
In der EU werden noch deutlich weniger Batterien produziert als in den USA und Asien.(Foto: picture alliance / dpa)
Sonntag, 05. März 2017

Hilfe für Autobranche: EU will Bau von Akkufabriken forcieren

Bei der weltweiten Produktion von Batterien für Elektroautos hinkt Europa hinterher. Die EU-Kommission will das ändern: Der Bau neuer Batteriefabriken soll staatlich gefördert werden. Der Blick ist dabei auf die Konkurrenz aus Asien und den USA gerichtet.

Die EU-Kommission stellt wenige Tage vor Beginn des Genfer Autosalons der Autobranche finanzielle Unterstützung für den Bau von Batteriefabriken in Aussicht. Europas Autoindustrie müsse auf allen Feldern Weltspitze sein, sagte EU-Kommissions-Vizepräsident Maros Sefcovic der "Welt am Sonntag".

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Hilfen könnten etwa mit Hilfe des Juncker-Plans ausgegeben werden. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte vor zwei Jahren den Europäischen Fonds für Strategische Investitionen ins Leben gerufen. Dieser verfügt über ein Volumen von 315 Milliarden Euro. Verwaltet wird das Programm von der Europäischen Investitionsbank.

Derzeit prüft Volkswagen den Bau einer Batteriefabrik in Deutschland. Auch Zulieferer Bosch prüft derzeit, ob er in die Fertigung von Batterien einsteigt. BMW-Chef Harald Krüger sprach sich dafür aus, die Batterien in der Nähe der Autowerke zu fertigen.

EU hinkt USA und Asien hinterher

Im vergangenen Sommer hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits gefordert, dass in der EU die staatliche Förderung von Investitionen in Batterietechnik erleichtert werden müsse. „Wir müssen in Europa bestimmte Fähigkeiten haben“, hatte sie mit Blick auf Wettbewerber in den Vereinigten Staaten und China angemahnt.

In Asien dominierte bisher Japan die Produktion von Batterien. Aber China holte zuletzt mächtig auf. Laut dem Fachportal "Cleantechnica" lag Japan 2014 mit einer Jahresproduktion von 2 Gigawattstunden vor Südkorea (1,3 Gigawattstunden) und China mit 0,8 Gigawattstunden auf Platz eins der größten Produzenten. Zum Vergleich: In der EU wurden im selben Zeitraum gerade mal Batterien mit dem Potenzial für 0,3 Gigawattstunden hergestellt.

Die USA produzierten im Jahr 2014 noch 1,0 Gigawattstunden. Das könnte sich aber bald ändern: Autobauer Tesla setzt auf eine Batterieproduktion im großen Stil. Bis 2018 soll die neue Gigafactory im Bundesstaat Nevada die weltweite Produktion an Lithium-Ionen-Batterien verdoppeln und am Ende über eine Zellkapazität von bis zu 105 Gigawattstunden verfügen. Die gigantische Fabrik, die einmal 10.000 Arbeiter beschäftigen soll, ist eine tragende Säule in Tesla-Chef Elon Musks langfristigem Plan, Elektromobilität in den Massenmarkt zu bringen.

Quelle: n-tv.de

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