Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Kommen weitere Hilfen?: EZB tastet Zinssatz nicht an

Erwartungsgemäß lässt die Europäische Zentralbank ihren Leitzins auf dem Rekordtief. Und für die Deutsche Bank wird sich in absehbarer Zeit daran auch nichts ändern. Nun richten sich die Blicke auf die Ausführungen von Notenbank-Chef Draghi.

Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt ihren Leitzins auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent. Das teilte die Notenbank nach einer Sitzung des EZB-Rats in Frankfurt mit. Die Währungshüter hatten den Schlüsselsatz für die Versorgung des Bankensystems mit frischem Geld zuletzt Anfang September gesenkt. Das bedeutet, dass sich die Banken weiterhin so billig wie nie zuvor bei der Zentralbank refinanzieren können, sie der EZB aber andererseits für die Anlage überschüssiger Gelder 0,20 Prozent Zinsen zahlen müssen.

Die EZB hatte im im September signalisiert, dass der Tiefpunkt bei den Zinssätzen erreicht sei. Seitdem hat der Euro von 1,31 auf 1,25 US-Dollar abgewertet. Die EZB hat den Banken außerdem ein erstes von mehreren geplanten Refinanzierungsgeschäften mit vierjähriger Laufzeit angeboten, das jedoch auf keine besonders hohe Nachfrage stieß. Statt der geschätzten 150 Milliarden Euro borgten sich die Banken nur 82,6 Milliarden Euro bei der EZB. Das nächste derartige Geschäft wird am 11. Dezember begeben.

Kauft die EZB Firmen-Bonds?

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EZB-Präsident Mario Draghi hat angekündigt, dass die EZB ihre Bilanzsumme wieder auf das Volumen von Anfang 2012 bringen will. Dazu müsste sie nach heutigem Stand um etwa eine Billion Euro vergrößert werden. Zusätzlich zu besagten Refinanzierungsgeschäften wird die EZB ihre Bilanz über den Ankauf von Kreditverbriefungen und Covered Bonds ausweiten.

Viele Beobachter glauben allerdings nicht, dass diese drei Maßnahmen zusammengenommen ausreichen werden, die Bilanz wie angestrebt auszuweiten. Sie spekulieren deshalb, dass die EZB demnächst auch mit dem Ankauf von Unternehmensanleihen beginnen wird.

EZB-Chef Mario Draghi wird sich um 14.30 Uhr äußern. Börsianer warten zudem gespannt auf weitere Hinweise des Italieners auf den künftigen Kurs der Geldpolitik.

Deutsche Bank sieht noch lange Niedrig-Zins-Phase

Nach Einschätzung von Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain wird die Politik extrem niedriger Leitzinsen noch mehrere Jahre anhalten. Auf die Frage, wann er damit rechne, dass die Notenbank ihre Nullzinspolitik aufgeben werde, antwortete er auf einer Wirtschaftskonferenz in Hamburg: "Nicht in absehbarer Zeit, sicher nicht in den nächsten zwei Jahren."

Ein Anhebung hänge davon ab, wann die Euro-Zone wieder zu nachhaltigem Wachstum zurückkehre. In den USA beispielsweise habe dies sechs Jahre gedauert. Damit Europa auf den Wachstumspfad zurückkehre, seien Strukturreformen nötig, fügte Jain hinzu.

Quelle: n-tv.de

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