Wirtschaft
Viertes Rekordjahr in Folge: Nachfrage nach Rolls-Royce bleibt ungebrochen.
Viertes Rekordjahr in Folge: Nachfrage nach Rolls-Royce bleibt ungebrochen.(Foto: REUTERS)

Knapp vier Jahre Wartezeit: Edelkarossen sind Verkaufsschlager

In England werden einige der edelsten Autos gebaut. Und diese haben im vergangenen Jahr reißenden Absatz gefunden. Das dürfte vor allem die deutschen Mutterkonzerne freuen. Die Hersteller wollen nun sogar die Modellpalette der Luxus-Karossen erweitern.

Die Lust auf Luxus reißt nicht ab und die Hersteller besonders luxuriöser Modelle können sich über reißenden Absatz freuen. So blickt die britische Edelautoschmiede Rolls-Royce auf ihr viertes Rekordjahr in Folge. Und der ebenfalls in Großbritannien sitzende Luxuswagen-Hersteller Bentley hat 2013 sogar so viele Autos verkauft wie noch nie. Die anhaltenden Investitionen der ausländischen Muttergesellschaften in die britischen Autobauer zeigt, dass die Hersteller auf der Insel nachhaltig auf dem Erholungspfad sind.

Der 110 Jahre alte britische Traditionsautobauer Rolls-Royce verkaufte den Angaben zufolge im vergangenen Jahr 3630 Fahrzeuge - 55 mehr als im Jahr zuvor. Auf einigen Absatzmärkten sahen die Briten starkes Wachstum. Auch der Ausbau der Modellpalette hat die Nachfrage angetrieben.  

Modelle beginnen bei 200.000 Euro

Besonders gut lief es im Mittleren Osten und in China. Hier verkaufte das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr 17 Stück oder 11 Prozent mehr Luxuskarossen. Allerdings sehen sowohl Rolls-Royce als auch Wettbewerber Bentley neben China insbesondere die Vereinigten Staaten als ihren nach wie vor wichtigsten Absatzmarkt an. Rolls-Royce-Chef Torsten Müller-Ötvös zeigte sich mit dem Geschäftsverlauf zufrieden und sprach von einem starken Jahr. Die Marke sei nach wie vor die Speerspitze im absoluten "Superluxusmarkt".

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Bei Rolls-Royce umfasst jenes Superluxussegment Karossen, die mehr als 200.000 Euro kosten. "Wir sind zwar froh, dass wir mehr Autos verkaufen. Aber wir sind kein Volumenhersteller und wollen exklusiv bleiben", heißt es von der BMW-Tochter. Sie unterstrich damit abermals die Verpflichtung zum Erhalt der Produktion in Großbritannien, wo alle drei Baureihen gebaut werden. In dem Hauptwerk im britischen Goodwood will das Unternehmen nun die Mitarbeiterzahl um weitere 100 Festangestellte aufstocken. Erst im vergangenen Sommer kündigte Rolls-Royce die Einstellung von 100 Mitarbeitern an.

Bentley sammelt Verkaufsrekorde

Die zu Volkswagen gehörende Luxusautoschmiede Bentley mit Sitz im britischen Crewe nahe Manchester lieferte vergangenes Jahr genau 10.120 Wagen aus. 2012 waren es 8510. Der bisherige Rekord datiert von 2007, als 10.014 Bentleys an die betuchte Kundschaft übergeben wurden. Vorstandschef Wolfgang Schreiber sagte: "2013 ist das vierte Jahr in Folge, in dem der Absatz zweistellig steigt." Der weltweite Marktanteil im Preissegment über 150.000 Euro liege bei 25 Prozent.

Der Bentley New Flying Spur bei einer Präsentation in Genf.
Der Bentley New Flying Spur bei einer Präsentation in Genf.(Foto: picture alliance / dpa)

86 Prozent der Produktion gehen in den Export, vor allem in die USA, China und Nahost. Der europäische Markt läuft schleppender. Allerdings stieg auch der Absatz in Deutschland deutlich. 544 Bentleys wurden den Angaben zufolge 2013 nach Deutschland geliefert - ein Plus von 22 Prozent. Kunden warten derzeit im Schnitt 45 Monate auf ihren bestellten Bentley.

Schreiber will den Absatz bis 2018 auf 15.000 Autos hochschrauben und dafür in den nächsten Jahren mehrere hundert Millionen Euro in den Standort Crewe investieren. Die Mannschaft von derzeit 3700 Mitarbeitern soll allein um 400 zusätzliche Leute aufgestockt werden.

Einstieg ins SUV-Segment

Ein strategisches Instrument zur Absatzsteigerung sieht Bentley in der Modellpalette: Der Hersteller der Edelkarossen kündigte an, übernächstes Jahr den ersten eigenen SUV auf den Markt bringen zu wollen. Volkswagen hatte im Juli grünes Licht für die Serienfertigung gegeben. Damit stoßen die Briten in einen der am schnellsten wachsenden Sektoren des Automarktes vor und treten direkt gegen den Heimatkonkurrenten Jaguar Land Rover an. Die Tochter der indischen Tata Motor hatte vor über einem Jahr ein Luxus-SUV auf den Markt gebracht. Bentley will für die Expansion in den kommenden drei Jahren 1000 Mitarbeiter einstellen.

Auch Rolls-Royce will sich beim Thema SUV nicht abhängen lassen, sieht aber keinen Grund zur Eile. "Der Bereich Luxus-SUV ist ein interessantes und stabiles Segment, doch wir müssen schauen, ob es zu unserer Marke passt", sagte Müller-Ötvös dem "Wall Street Journal".

"Rolls-Royce besticht aus der Tradition heraus nicht durch Sportlichkeit. Wir müssen sehen, welchen Charakter ein solches Auto haben und wie es aussehen könnte", sagte Müller-Ötvös. Eine endgültige Entscheidung über ein Luxus-SUV dürfte dauern und könnte erst in Jahren getroffen werden.

Quelle: n-tv.de

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