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Banker heiß auf DiCaprio-Film: Einmal "Wolf of Wall Street" sein

Seit Gordon Gekko weiß jeder, dass Gier geil ist. Darüber kann der Börsenbetrüger Jordan Belfort nur müde lächeln. Seine Lebensgeschichte kommt in die Kinos. Und die Banker fiebern "The Wolf of Wall Street" entgegen.

Es ist ein Film über die schlimmsten Seiten der Wall Street - betrogene Kunden, Drogenexzesse, Orgien. Und Europas Banker können nicht abwarten, ihn zu sehen. Von Stockholm bis Mailand sicherten sich Finanzinstitute in den vergangenen Tagen die Karten für Vorpremieren von "The Wolf of Wall Street", den neuen Streifen von Regisseur Martin Scorsese, in dem Leonardo DiCaprio den berüchtigten Börsenbetrüger Jordan Belfort spielt - und auf eine Oscar-Nominierung hoffen darf.

Die schwedische Bank Nordea organisierte für Kunden und Angestellte eine Sondervorstellung. Die italienische Börse will den Film gleich vor Ort zeigen - einen Streifen, dessen von Gier und Geilheit getriebene Hauptfigur prahlt: "Ich habe gefeiert wie ein Rockstar und gelebt wie ein König."

"Spiegelbild der heutigen Gesellschaft"

Der echte Belfort stieg während des Aktienbooms der 1990er Jahre auf. Er betrog Investoren, wurde reich, gab sein Geld für Autos, Häuser, eine Yacht, Prostituierte, Alkohol und Drogen aus. Er wurde gefasst, kam ins Gefängnis und schrieb seine Lebensgeschichte auf. Vor etwa sechs Jahren las DiCaprio das Buch.

"Für mich spiegelt seine Biografie alles wider, was mit der heutigen Gesellschaft nicht stimmt", erklärt der Hollywood-Star. Belfort und seine Kumpanen hätten versucht, Gordon Gekko nachzueifern - die von Michael Douglas 1987 in "Wall Street" gespielte fiktive Figur, die die Gier am Kapitalmarkt bis heute verkörpert.

Wartelisten wegen des Andrangs

"Das ist ein Kundentermin, hauptsächlich zur Unterhaltung", sagt eine Sprecherin von Nordea zur Vorpremiere in Stockholm. "Es ist auch eine gute Gelegenheit für die Angestellten, sich mit den Kunden zu treffen." Der Andrang war so groß, dass die Bank zusätzliche Karten kaufen und eine Warteliste für Kunden einrichten musste.

Bei der Swedbank waren die Tickets für die Angestellten nach fünf Minuten weg. In Paris fand die Premierenparty des dreistündigen Films auf dem Gelände der ehemaligen Börse statt. In Italien kam die Idee zur Vorführung am Handelsplatz in Mailand auf, weil der inländische Vertreiber des Films jüngst dort gelistet wurde. "Damit feiern wir den Börsengang", sagt ein Sprecher der Börse.

"The Wolf of Wall Street" läuft in Deutschland am Donnerstag in den Kinos an. Eine ausführliche Besprechung finden Sie dann auf n-tv.de.

Quelle: n-tv.de

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