Freitag, 16. Juli 2010
Razzia bei Credit Suisse: Ermittler werden fündig
Nach den Durchsuchungen in den 13 deutschen Filialen der Credit Suisse zeigen sich die Ermittler mit dem Ergebnis zufrieden. Mitarbeiter der Bank sollen deutschen Kunden dabei geholfen haben, Geld am Fiskus vorbei zu schleusen.
In der Frankfurter Filiale wurde das umfangreichste Material gesichtet.
(Foto: picture alliance / dpa)
Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat bei ihrer Razzia in deutschen Filialen der Credit Suisse (CS) Banker in der Schweiz im Visier. "Es ging dabei darum, noch unbekannte Mitarbeiter von CS in der Schweiz zu identifizieren, die der Beihilfe zur Steuerhinterziehung verdächtigt werden", sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde in einer ersten Bilanz der drei Tage dauernden Aktion.
Die Banker in Deutschland hätten die Steuerflüchtlinge an ihre Kollegen vermittelt. Auf Beihilfe zur Steuerhinterziehung stehen bis zu fünf Jahre Haft.
"Wir sind mit dem Erfolg der Durchsuchungen sehr zufrieden", sagte der Sprecher. Neben einer großen Menge von Computer-Daten seien deutlich mehr als 100 Umzugskartons mit Unterlagen sichergestellt worden. Das werde helfen, mit den Ermittlungen voranzukommen. Die Auswertung des umfangreichen Materials werde aber Wochen dauern.
Fundgrube Frankfurt
150 Ermittler und Steuerfahnder waren seit Mittwoch in allen 13 deutschen Credit-Suisse-Filialen zugange. In der Deutschland-Zentrale in Frankfurt/Main werde die Durchsuchung erst am Montag beendet sein, sagte der Sprecher. "Da haben wir mengenmäßig auch am meisten gefunden."
Das Land Nordrhein-Westfalen hatte im vergangenen Jahr eine CD mit Bankdaten deutscher Kunden gekauft, auf deren Basis rund 1100 Ermittlungsverfahren in ganz Deutschland eingeleitet wurden. Auf der CD befand sich unter anderem eine Powerpoint-Präsentation. Sie enthält der Staatsanwaltschaft zufolge eine Art Anleitung für die Banker, wie Vermögen am Fiskus vorbei ins Ausland geschleust werden kann.
rts
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