Wirtschaft
Im Juni erreicht die Arbeitslosigkeit ein neues Rekordhoch.
Im Juni erreicht die Arbeitslosigkeit ein neues Rekordhoch.(Foto: REUTERS)

Arbeitsmarktkrise in Frankreich : Erwerbslosigkeit erreicht neuen Rekord

Die Lage auf den Arbeitsmarkt bleibt weiter angespannt. Im Juni suchen erneut mehr Menschen einen Job als im Vormonat. Es war der 26. Anstieg in Folge. Präsident Hollande spricht dennoch von einer Verbesserung der Lage. Immerhin setzt sich der Anstieg bei den jugendlichen Erwerbslosen nicht fort. Zudem hellen sich die Indikatoren auf.

Die Wirtschaftskrise in Frankreich hat den Arbeitsmarkt weiter fest im Griff. Nach einer kurzen Verschnaufpause im Mai ist die Erwerbslosigkeit wieder spürbar angestiegen. Ende Juni waren knapp 3,28 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet und damit 14.900 mehr als im Vormonat, wie das französische  Arbeitsministerium mitteilte. Damit wurde ein neuer Rekordwert erreicht: Noch nie waren mehr Franzosen auf der Suche nach einem Job. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosigkeit um 11,2 Prozent.

Die Erwerbslosigkeit hat in Frankreich damit den 26. Monat in Folge zugenommen. Im Mai war sie im Vergleich zum Vormonat aber nur minimal  gestiegen, um 100 Arbeitslose. Im März hatte die Zahl der Arbeitslosen mit 3,22 Millionen den bis dahin historischen Höchststand vom Januar 1997 übertroffen.

Eine Arbeitslosenquote gibt das französische Arbeitsministerium nicht bekannt. Laut der französischen Statistikbehörde Insee betrug die Quote im ersten Quartal 10,4 Prozent, die Arbeitslosigkeit wird aber auf Grundlager einer anderen Methode berechnet.

Das Arbeitsministerium erklärte, dass die Zahl im Juni nur "moderat" zugenommen habe sei ein Zeichen einer "Verbesserung" auf dem Arbeitsmarkt. Es handle sich aber noch nicht um die Kehrtwende bei der Arbeitslosigkeit, die das Ziel der kommenden  Monate sei.

Indikatoren deuten wirtschaftliche Verbesserung an

Frankreichs Staatschef François Hollande hat wiederholt das Ziel ausgegeben, den Anstieg der Arbeitslosigkeit bis zum Jahresende zu stoppen. Am Dienstag betonte er, dies sei sein "erster Wille". Experten wie die der Organisation für wirtschaftliche  Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sagen Frankreich dagegen einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit auch im kommenden Jahr voraus.

Immerhin sank nun die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen wieder. Junge Menschen bekommen die Wirtschaftskrise in der zweitgrößten Volkswirtschaft in der Euro-Zone besonders hart zu spüren.

Zuletzt mehren sich aber die Anzeichen dafür, dass die französische Wirtschaft wieder etwas in Schwung kommt. So besserte sich die Lage in der Industrie, die Einkaufsmanagerindizes deuten nur noch auf einen leichten Rückgang der Geschäftstätigkeit hin. Frankreichs Notenbank und die Statistikbehörde Insee rechnen damit, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal wieder um 0,2 Prozent gewachsen ist und damit die leichte Rezession überwunden wurde.

Quelle: n-tv.de

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