Wirtschaft
Auch Renault hofft auf bessere Zeiten.
Auch Renault hofft auf bessere Zeiten.(Foto: picture alliance / dpa)

Leichter Aufwind in Krisenländern: Europas Autobranche hofft auf Wende

Ist die Talfahrt am europäischen Automarkt beendet? Zahlen vom Dezember sorgen jedenfalls für leichten Optimismus. In von der Krise gebeutelten Ländern wie Frankreich, Italien oder Spanien werden wieder mehr Fahrzeuge verkauft.

Steigende Fahrzeugverkäufe in Spanien, Frankreich, Belgien und Italien wecken Hoffnungen auf ein Ende der Talfahrt am europäischen Automarkt. In Frankreich wurden im Dezember 9,4 Prozent mehr Neuwagen zugelassen, in Spanien lag das Plus sogar bei 18,2 Prozent, wie die Branchenverbände beider Länder mitteilten. In Belgien wurden laut Verband 12,3 Prozent mehr Autos an den Mann gebracht. In Italien gab es laut Verkehrsministerium immerhin einen moderaten Zuwachs um 1,4 Prozent.

Damit mehrten sich die Anzeichen, der Tiefpunkt könnte durchschritten sein. "Wir gehen mit etwas größerem Optimismus ins Jahr 2014 und sind überzeugt, dass die meisten unserer Firmen schwarze Zahlen schreiben und ihre Mitarbeiter weiter beschäftigen können", sagte Jaume Roura, Chef des spanischen Händlerverbandes Faconauto.

Besonders die gebeutelten französischen Hersteller wie Renault und Peugeot setzten mehr Fahrzeuge ab. In Frankreich verbuchte Renault als Nummer zwei der Branche ein Plus von 37,9 Prozent und lag damit mit Abstand an der Spitze, wie aus Zahlen des Branchenverbandes CCFA hervorgeht. In Spanien lag der französische Branchenprimus Peugeot vorne. "Es gibt starke Anzeichen für eine Erholung des europäischen Automarktes, gestützt von niedrigen Zinsen, steigenden Preisen für Gebrauchtwagen und Spritersparnissen bei Neuwagen", sagte Arndt Ellinghorst beim Handelshaus ISI Group.

Stabilität auf sehr niedrigem Niveau

Die Wirtschaftsflaute in Ländern wie Frankreich und Spanien setzt den Autobauern in Westeuropa schwer zu. Experten der Ratingagentur Moody's gehen davon aus, dass der gesamte Absatz in Europa von 2007, vor Ausbruch der Finanzkrise, bis 2013 um 4,3 Millionen Fahrzeuge geschrumpft ist - das ist ein Rückgang um ein Viertel. Für 2014 sei wieder ein Plus in Sicht. "Dennoch deuten die Wirtschaftsdaten noch nicht auf einen nachhaltigen Aufwärtstrend hin", sagte Moody's-Analyst Falk Frey.

Denn viele Firmen leiden unter hohen Überkapazitäten, die Werke sind bei weitem nicht ausgelastet. "Wir sind immer noch in einem sehr schwachen Marktumfeld", sagte ein CCFA-Sprecher. In Frankreich sank der Autoabsatz 2013 um 5,7 Prozent. Das kommende Jahr werde aber Stabilität auf einem sehr niedrigen Niveau bringen.

In Italien baute Fiat seinen Marktanteil im Berichtsmonat minimal auf 27,97 Prozent von 27,2 Prozent ein Jahr zuvor aus. Der Turiner Konzern hatte mitgeteilt, seine US-Tochter Chrysler komplett zu übernehmen und damit zum siebtgrößten Autobauer der Welt aufzusteigen.

Quelle: n-tv.de

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