Wirtschaft
Französischer Verkehr und der Alltag auf Pariser Straßen.
Französischer Verkehr und der Alltag auf Pariser Straßen.(Foto: Reuters)

Absatzstatistik schockiert Franzosen: Europas Automarkt schrumpft

Die neuesten Absatzzahlen der Herstellervereinigung ACEA zeichnen ein düsteres Bild: Im Februar trübt sich die Lage im europäischen Neuwagen-Markt weiter ein. Besonders hart trifft es die französischen Händler. Spanien schlägt sich trotz Wirtschaftskrise und hoher Arbeitslosigkeit vergleichsweise wacker.

Die Talfahrt auf dem europäischen Automarkt hat sich im Februar beschleunigt. In den 27 EU-Staaten und den drei EFTA-Staaten Island, Norwegen und der Schweiz rollten insgesamt 923.381 Neuwagen auf die Straßen.

Nach Angaben des europäischen Branchenverbands ACEA entspricht diese Zahl einem Rückgang von 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Besonders stark schrumpfte der Automarkt demnach in Westeuropa. Die Zahl der verkauften Autos sank dort um 10,2 Prozent auf 862.854. Damit waren die Rückgänge noch stärker als im Januar, als in den EU-Staaten und den EFTA-Ländern ein Minus von 6,6 Prozent und in Westeuropa von 7,9 Prozent verzeichnet wurde.

Die Nachfrage nach neuen Autos ging in allen großen Märkten zurück mit Ausnahme von Deutschland. Dort habe die Zahl der verkauften Autos laut ACEA stagniert.

Den ACEA-Zahlen zufolge müssen sich die französischen Autobauer besonders große Sorgen machen: In ihrem Heimatmarkt Frankreich stand ein Minus von 20,2 Prozent zu Buche.

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In Italien - der Heimat von - betrug das Minus 18,9 Prozent. In Großbritannien ging die Zahl der Neuwagen um 2,5 Prozent zurück. In dem von Arbeitslosigkeit und Wirtschaftsschwäche gebeutelten Spanien lag das Minus lediglich bei 2,1 Prozent.

Leihauto statt Neuwagen?

In welche Richtung sich dieser Trend entwickeln könnte, deuten Ergebnisse aus dem Verleihgeschäft an: Deutschlands größter Autovermieter Sixt hat 2011 so viel Geld verdient wie nie zuvor.

Unter dem Strich verbuchte der Konzern 97,5 Mio. Euro Gewinn, satte 37,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Sixt profitierte eigenen Angaben zufolge von der wachsenden Zahl Geschäftsreisender, stabilen Vermietpreisen und wachsender Geschäfte im Ausland. Sixt verwies dabei allerdings auf die gute konjunkturelle Entwicklung in Deutschland.

Der Umsatz wuchs nur leicht um 1,7 Prozent auf 1,56 Mrd. Euro. Sixt verzichtet seit einiger Zeit auf weniger gewinnträchtige Geschäfte und damit auch auf Umsatz. Bis 2015 will Sixt in Europa an den Branchenriesen Europcar, Avis und Hertz vorbeiziehen und Nummer 1 werden. 2012 rechnet der Autovermieter schon jetzt mit einem schwierigen Jahr.

Quelle: n-tv.de

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