Wirtschaft
Deutschland hatte im Frühjahr Schulden in Höhe von mehr als zwei Billionen Euro.
Deutschland hatte im Frühjahr Schulden in Höhe von mehr als zwei Billionen Euro.(Foto: picture alliance / dpa)

Deutschland verbessert sich: Europas Schulden steigen auf Rekordhoch

Die Euro-Staaten stehen in der Kreide wie noch nie: Gemessen am Bruttoinlandsprodukt steigt ihr Schuldenstand im Schnitt auf fast 94 Prozent. Trauriger Spitzenreiter ist nach wie vor Griechenland - auch wenn es ein kleines Zeichen der Hoffnung gibt.

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Der Schuldenberg der Euro-Länder und EU-Mitglieder ist zu Jahresbeginn auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat kletterte der Schuldenstand der 18 Euro-Staaten gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2014 auf 93,9 Prozent.

Das war ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorquartal mit 92,7 Prozent, teilte Eurostat mit. Auch in der EU ufert die Verschuldung der öffentlichen Haushalte weiter aus: Sie kletterte auf 88 Prozent, lag Vorquartal aber noch bei 87,2 Prozent.

In Deutschland gehen die Schulden zurück

Unter den Staaten mit den höchsten Verschuldungsquoten lag auch zu Jahresanfang das Euro-Sorgenkind Griechenland mit 174,1 Prozent ganz weit vorne. Danach folgen Italien mit 135,6 Prozent und Portugal mit 132,9 Prozent. Die niedrigsten Quoten hatten Estland mit zehn Prozent, Bulgarien (20,3 Prozent) und Luxemburg mit 22,8 Prozent.

Deutschland ist mit 77,3 Prozent im Mittelfeld. Der öffentliche Schuldenstand lag laut Eurostat hierzulande bei etwa 2,1 Billionen Euro.

Allerdings gehört die Bundesrepublik auch zu den Ländern, deren Schulden zurückgegangen sind: um 1,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorquartal. Spitzenreiter in dieser Kategorie ist Polen: Die Schulden unseres östlichen Nachbarn sanken um ganze 7,6 Prozentpunkte und liegen nun nur noch bei 49,5 Prozent des BIP.

Griechische Schulden nehmen wieder ab

Auch in Griechenland nahmen die Schulden um einen Prozentpunkt im Vergleich zum vierten Quartal 2013 ab. Allerdings liegt die Verschuldung der Griechen immer noch um 13,5 Prozentpunkte höher als vor genau einem Jahr. Deutschland hingegen verbesserte sich um 3,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Der Stabilitäts- und Wachstumspakt legt für die Europäische Währungsunion erlaubte Höchstmarken fest. Laut Maastricht-Kriterium dürfen die gesamten Schulden eines Staates 60 Prozent des BIP nicht überschreiten. Die Neuverschuldung soll unter drei Prozent der Wirtschaftsleistung liegen.

Quelle: n-tv.de

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