Wirtschaft
Eurotunnel-Betreiber schalten die Börsenaufsicht ein.
Eurotunnel-Betreiber schalten die Börsenaufsicht ein.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Eine halbe Milliarde Euro Börsenwert zerstört: Eurotunnel schaltet Börsenaufsicht ein

Nach einem massiven Kurssturz versuchen die Eurotunnel-Betreiber Licht ins Dunkel zu bringen. Die Börsenaufseher sollen sich des Themas annehmen. Hintergrund sind eine Klagedrohung der EU-Kommission und vorherige Medienspekulationen.

Die Betreibergesellschaft des Eurotunnels reagiert auf die heftigen Kursverluste infolge einer Klagedrohung der EU-Kommission: Sie will die Börsenaufsicht in Paris und London anrufen. Nachdem in der vergangenen Woche binnen zwei Tagen ein Börsenwert von 500 Mio. Euro "zerstört" worden sei, müsse geklärt werden, ob gegen Börsenrecht verstoßen worden sei, schrieb Eurotunnel-Chef Jacques Gounon in einem Brief an die Aktionäre des Unternehmens.

Die EU-Kommission hatte Frankreich und Großbritannien am vergangenen Donnerstag aufgefordert, für eine Senkung der Nutzungsgebühren des Eurotunnels zu sorgen. Sollten Paris und London binnen zwei Monaten nicht reagieren, könnte die Kommission den Europäischen Gerichtshof anrufen. Infolge der Klagedrohung war der Wert der Eurotunnel-Aktie danals an der Pariser Börse um knapp 20 Prozent an zwei Tagen eingebrochen.

Eurotunnel-Chef Gounon erklärte, es seien bereits vor Veröffentlichung der entsprechenden Pressemitteilung der EU-Kommission Medienberichte zu dem Thema erschienen. Die französische und britische Börsenaufsicht müssten daher prüfen, ob "die Veröffentlichung privilegierter Informationen in der Presse und in sozialen Netzwerken schon vor Erscheinung der Mitteilung der Europäischen Kommission, und sogar bevor das Unternehmen davon wusste, nicht eine Verletzung von Börsenrecht ermöglichte".

Die Eurotunnel-Aktie ist an den Börsen in Paris und London notiert. Sie notierte am Dienstag kaum verändert.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen