Wirtschaft
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Einkaufsmanagerindex überrascht: Eurozone fasst Tritt

Die Wirtschaft in der Eurozone kommt in Fahrt. Allerdings reicht das Wachstum wohl nicht, um ausreichend neue Jobs zu schaffen. Düster sieht es indes weiter für Frankreich aus. Nachbar Deutschland kann dagegen positiv überaschen.

Die Konjunkturerholung in der Eurozone hat im Juli wieder an Schwung gewonnen. Auch die Wachstumskrise in Frankreich änderte daran nichts. Der Sammelindex, der auf dem Produktionsindex für das verarbeitende Gewerbe und dem Index des Dienstleistungsbereichs basiert, erhöhte sich für den Euroraum von 52,8 auf 54,0 Zähler. Volkswirte hatten eine Stagnation vorhergesagt. "Die Eurozone hat sich wieder berappelt und dürfte mit einer der höchsten Wachstumsraten der letzten drei Jahre aufwarten", sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson.

Williamson goss allerdings auch etwas Wasser in den Wein: "Der aktuelle Sammelindex deutet lediglich auf ein Wachstum von 0,4 Prozent auf Quartalsbasis hin - zu wenig, um die Unternehmen zu einem nennenswerten Jobaufbau zu ermutigen." Unterm Strich sei der Stellenaufbau auch im Juli äußerst verhalten geblieben, was die Arbeitslosigkeit nicht nachhaltig senken werde.

Frankreich lahmt - Deutschland protzt

Bitter läuft es weiter für Frankreich: Die Wirtschaftsleistung schrumpfte den Umfrageergebnissen zufolge den dritten Monat in Folge. Während die Geschäfte der französischen Dienstleister minimal anzogen, sank die Industrieproduktion so zügig wie seit April 2013 nicht mehr.

Anders sieht es dagegen für Europas Konjunkturlok Deutschland aus. Hier expandierte die Wirtschaft im Juli nach dem Knick im Vormonat wieder so stark wie zuletzt im April. Im Servicesektor liefen die Geschäfte sogar so gut wie seit über drei Jahren nicht mehr. Und auch die Industrieproduktion wurde wieder deutlich stärker ausgeweitet.

Aufschwung hat breite Basis

"Der Aufschwung hat eine breite Basis", betonte Markit-Ökonom Oliver Kolodseike. Damit stehen die Zeichen in der größten Volkswirtschaft der Euro-Zone laut Markit wieder auf mehr Wachstum, nachdem es in den beiden Vormonaten eher schleppend vorangegangen war.

Haupttriebfeder sei der Dienstleistungssektor, sagte Kolodseike weiter. Die Service-Firmen blicken positiv in die Zukunft, auch wenn sich ihr Optimismus seit Juni nicht verstärkt hat. Die deutschen Firmen im Privatsektor konnten im Juli zwar die Zahl ihrer Neuaufträge steigern, doch war die Zuwachsrate nicht mehr so hoch wie in den Monaten zuvor.

Die Ergebnisse basieren auf der Befragung von rund 5000 Industrie- und Dienstleistungsunternehmen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Österreich, Irland und Griechenland.

Quelle: n-tv.de

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