Wirtschaft
Laut Sitzungsprotokoll soll die Drosselung der Anleihekäufe schon bald unter der designierten Fed-Chefin Yanet Yellen beginnen.
Laut Sitzungsprotokoll soll die Drosselung der Anleihekäufe schon bald unter der designierten Fed-Chefin Yanet Yellen beginnen.(Foto: picture alliance / dpa)

US-Notenbank erwartet Wirtschaftserholung: Fed könnte Geldspritzen bald drosseln

Zwar will die US-Notenbank solange weiter Geld in die Wirtschaft pumpen wie nötig. Doch allzu fern scheint der Ausstieg nicht mehr zu liegen: Die Währungshüter könnten schon "in den kommenden Monaten" beginnen, die Notenpresse zu drosseln.

Eine Drosselung der milliardenschweren Anleihekäufe der US-Notenbank ist in den kommenden Monaten möglich. "Der geldpolitische Ausschuss erwartet eine Verbesserung am Arbeitsmarkt, der eine Verminderung der Anleihekäufe in den kommenden Monaten rechtfertigt", heißt es im veröffentlichten Protokoll ("Minutes") der Sitzung der Währungshüter vom 29. bis 30. Oktober.

Einige Führungsmitglieder der Fed hätten sich dafür ausgesprochen, auf "einer der nächsten Sitzungen" damit zu beginnen, heißt es im Protokoll. Allerdings sprach sich eine Reihe von Fed-Bankern dafür aus, die Märkte vor einem Ausstieg aus der Politik des ultrabilligen Geldes zuvor durch öffentliche Redebeiträge vorzubereiten. Die Kurse der US-Staatsanleihen reagierten mit deutlichen Verlusten auf die Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle.

Bereits vor der Veröffentlichung hatten US-Notenbankchef Ben Bernanke und seine designierte Nachfolgerin Janet Yellen allerdings eine Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik signalisiert. Bernanke sagte, eine Reduzierung der Anleihen-Aufkäufe im Volumen von derzeit 85 Milliarden Dollar pro Monat werde es erst geben, wenn die Fed überzeugt sei, dass die Erholung am Arbeitsmarkt nachhaltig sei.

Ausstieg wahrscheinlich Anfang 2014

Solange die US-Arbeitslosenquote über 6,5 Prozent liege, sei der faktische Nullzins angemessen. Derzeit beträgt sie 7,3 Prozent. Die Wirtschaft habe sich zuletzt zwar erholt, sei aber noch längst nicht da, wo man sie sich wünsche, sagte Bernanke. Yellen ließ ebenfalls durchblicken, die US-Geldpolitik werde noch für längere Zeit sehr locker bleiben.

Yellen soll nach dem Willen von US-Präsident Barack Obama im Februar 2014 Bernanke nachfolgen. Anleger gehen jetzt davon aus, dass die Fed mit dem Eindämmen der Geldflut erst Anfang kommenden Jahres beginnen wird. Der demokratisch dominierte Bankenausschuss des Senats will am Donnerstag über die Personalie abstimmen.

Derzeit kauft die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) langfristige Staatsanleihen und mit Hypotheken besicherte Wertpapiere im Wert von monatlich 85 Milliarden US-Dollar (61,7 Mrd Euro). Die Leitzinsen liegen seit Ende 2008 auf dem Rekordtief zwischen Null und 0,25 Prozent.

Nach der Beinahe-Pleite der USA im Sog des Haushaltsstreits hatte die Notenbank den Ausstieg aus der Ära des billigen Geldes hinausgezögert und Ende Oktober keine Drosselung der Wertpapierankäufe beschlossen. Wie jetzt aus den Protokollen hervorgeht, hatte die Notenbank Mitte Oktober in einer Videokonferenz bereits Eventualpläne für den Fall durchgespielt, dass die USA in die Zahlungsunfähigkeit rutschen sollten.

Quelle: n-tv.de

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