Wirtschaft
Zuletzt kaufte die US-Notenbank monatlich Anleihen im Wert von 35 Milliarden US-Dollar.
Zuletzt kaufte die US-Notenbank monatlich Anleihen im Wert von 35 Milliarden US-Dollar.(Foto: picture alliance / dpa)

Ende der Hilfen: Fed will Anleihen-Käufe im Oktober beenden

Für viele Milliarden Dollar kauft die Federal Reserve bisher Monat für Monat Anleihen. Allerdings könnte im Herbst Schluss sein mit diesem Konjunktur-Förderprogramm. Allerdings muss dazu auch die Konjunktur mitspielen.

Die Ratsmitglieder der US-Zentralbank Federal Reserve haben sich auf ein Ende des monatlichen Anleihen-Kaufprogramms bis Oktober verständigt. Das geht aus den Protokollen der Sitzung vom 17. und 18. Juni hervor. Voraussetzung sei indes, dass die weitere konjunkturelle Erholung in den USA dies zulasse.

Die Notenbank hatte im Januar damit begonnen, die Ankäufe von Staats- und Hypothekentiteln kontinuierlich zurückzufahren - zuletzt auf 35 Milliarden US-Dollar monatlich. Sie hatte wiederholt deutlich gemacht, das Programm dieses Jahr auslaufen zu lassen. Einen konkreten Zeitpunkt hatte sie bisher jedoch noch nicht genannt.

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Wenn sich die konjunkturelle Erholung wie erwartet fortsetze und damit eine weitere Drosselung der Wertpapierkäufe bei jeder weiteren Sitzung um jeweils 10 Milliarden Dollar rechtfertige, wäre eine letzte Rückführung im Volumen von 15 Milliarden Dollar nach der Ratssitzung im Oktober fällig, heißt es in dem Protokoll.

Bestände auf 4,4 Billionen Dollar angewachsen

Das Ankaufprogramm zielt darauf ab, die langfristigen Zinsen niedrig zu halten und Anlegern einen Anreiz zu geben, in riskantere Anlageklassen wie Aktien oder Unternehmensanleihen zu investieren. Dadurch sollen Kreditvergabe, Ausgaben, Investitionen und der Arbeitsmarkt stimuliert werden.

Kritiker haben lange Zeit argumentiert, dass das Programm das Risiko einer weiteren Blase oder einer steigenden Inflation verschärft, ohne den Arbeitsmarkt spürbar zu beleben. Fed-Vertreter und andere Befürworter halten dem Programm jedoch zu Gute, dass es die Erholung der US-Wirtschaft beschleunigt und sich das Risiko dabei in Grenzen gehalten hat.

Die Fed hatte in der Finanzkrise Anfang 2009 mit den Anleihekäufen begonnen, das Programm wurde im September 2012 ausgeweitet. Zuletzt sind die Bestände der Notenbank von 2,8 Billionen auf 4,4 Billionen Dollar angewachsen.

Erste Zinserhöhung wohl erst Mitte 2015

Mitte Juni hatte die Fed ihr monatliches Ankaufsvolumen um weitere 10 Milliarden auf 35 Milliarden Dollar reduziert. In der Spitze hat sie jeden Monat Staats- und Hypothekentitel im Volumen von 85 Milliarden Dollar angekauft.

Über einen Zeitplan für den Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik gab es im Protokoll keine Neuigkeiten. Den Leitzins hält die Fed bereits seit Ende 2008 auf dem Rekordtief von null bis 0,25 Prozent.

Die meisten Experten rechnen bislang erst zur Jahresmitte 2015 mit einer ersten Zinserhöhung. Setzen sich allerdings die starken Stellenzuwächse fort, dürfte die Debatte über den Zeitpunkt einer ersten Zinserhöhung in den kommenden Monaten an Schwung gewinnen.

Misslingt die Geldpolitik, droht der Crash

Der US-Arbeitsmarkt hatte zuletzt einen kräftigen Schub verzeichnet. Im Juni schufen die Unternehmen mit 288.000 Jobs deutlich mehr Stellen als erwartet. Die Arbeitslosenquote sank auf 6,1 Prozent, den niedrigsten Stand seit September 2008.

Wegen der zusehends stärkeren US-Konjunktur hatte die Zentralbank im Dezember 2013 eine Abkehr von ihrer extrem lockeren Geldpolitik eingeleitet. Die Finanzmärkte schauen sehr genau auf die geldpolitische Wende in den USA, denn sollte sie misslingen, könnte es zu einem Crash an den Börsen kommen.

Quelle: n-tv.de

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