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Spricht Ferdinand Piëch mit den Agnellis? "Wir konzentrieren uns darauf, die Effizienzen im Konzern zu heben", heißt es aus Wolfsburg.
Spricht Ferdinand Piëch mit den Agnellis? "Wir konzentrieren uns darauf, die Effizienzen im Konzern zu heben", heißt es aus Wolfsburg.(Foto: picture alliance / dpa)

Deutsch-Italienische Übernahme?: Fiat dementiert VW-Pläne

Sondiert VW-Patriarch Piëch die Übernahme von Fiat Chrysler? Gerüchten zufolge könnte Volkswagen damit seine Schwächen im US-Markt ausgleichen. Aus Turin kommt: ein klares Dementi. Aus Wolfsburg: kein Kommentar.

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Aufruhr in der europäischen Automobilindustrie: Der deutsche Volkswagen-Konzern streckt einem Medienbericht zufolge seine Fühler nach Italiens Autobauer Fiat aus. Auf Großaktionärsebene fänden Gespräche über eine Übernahme von Fiat Chrysler statt, schreibt das "Manager Magazin". In einer Integration von Chrysler sehe Volkswagen einen möglichen Lösungsansatz für die eigenen US-Probleme.

Branchenkenner wie n-tv.de-Autoexperte Helmut Becker halten eine solche Annäherung für plausibel. An der Börse gibt der Kurs der VW-Aktie deutlich nach, die Fiat-Aktie steigt. Aus Italien kommen allerdings klare Dementi: Die Agnelli-Familie wies als größter Fiat-Aktionär einen Bericht über eine mögliche Übernahme des italienischen Autobauers durch Volkswagen unmissverständlich zurück.

Es hätten keine Gespräche über eine Fusion stattgefunden, erklärte ein Sprecher der Exor-Holding, in der die Familie ihre gut 30 Prozent Anteile an Fiat gebündelt hat. Auch Fiat selbst dementierte - nachdem der Konzern sich zunächst bedeckt gehalten hatte.

Nicht "auf der Agenda"

In Wolfsburg hält man sich dagegen bedeckt. Ein VW-Konzernsprecher erklärte lediglich, dass das Unternehmen den Bericht nicht kommentiere. Zu Marktspekulationen nehme man grundsätzlich keine Stellung. Unabhängig von dieser generellen Linie ergänzte er aber: "Derzeit stehen keine Übernahmeprojekte auf der Agenda. Wir konzentrieren uns jetzt darauf, die Effizienzen im Konzern zu heben."

In dem Bericht des "Manager Magazins" hatten es zuvor geheißen, VW-Großaktionär Ferdinand Piëch und die Fiat-Haupteignerfamilien hätten "bereits diverse Gespräche geführt". Demzufolge soll es vor allem um Fiats US-Tochter Chrysler gegangen sein.

An der Börse sorgten die Spekulationen für größere Bewegungen: Die Volkswagen-Aktien verloren am Morgen bis zu drei Prozent, während Fiat-Papiere in der Spitze um fast fünf Prozent auf knapp 8 Euro zulegten. Nach den Dementis schwächten sich die Kursausschläge bei beiden Titeln wieder ab.

Warum Chrysler?

Analysten äußerten Verständnis für mögliche Annäherungsversuche zwischen Fiat und Europas größtem Automobilkonzern. Es sind zudem auch nicht die ersten Spekulationen rund um Volkswagen und Italiens größten Autobauer. Piëchs Leidenschaft für die italienische Traditionsmarke Alfa Romeo ist bekannt, Fiat-Chef Sergio Marchionne hatte einen Verkauf der darbenden Konzerntochter aber ausgeschlossen.

Stattdessen will Marchionne 5 Milliarden Euro in die Wiederbelebung der Marke stecken, die mit neuen Modellen den Oberklasse-Platzhirschen BMW und Daimler sowie der VW-Tochter Audi Konkurrenz machen soll. Im aktuellen Fall bezog sich das "Manager Magazin" aber vor allem auf Fiats US-Tochter Chrysler.

Die Nummer drei der großen amerikanischen Hersteller war im Januar komplett unter das Konzerndach der Italiener geschlüpft. Die Idee: Mit dem möglichen Zukauf von Chrysler könnte Volkswagen die Schwäche der eigenen Kernmarke in den USA ausgleichen. Chryslers engmaschiges Händlernetz sowie die erfolgreichen Geländewagen und Pick-ups würden die Aufstellung der Wolfsburger in den Vereinigten Staaten zudem passgenau ergänzen.

Ernste Probleme in den USA

Der Wolfsburger Konzern verliert mit seiner Hauptmarke VW-Pkw dort seit 15 Monaten an Boden. Laut dem Magazin spricht jedoch auch einiges gegen eine Einigung. So hatte VW erst kürzlich die milliardenschwere Komplettübernahme der Lkw-Tochter Scania gestemmt. Diese Integration kostet auch Ressourcen im Management.

Zudem hatte es jüngst Spekulationen gegeben, wonach sich VW mit einem Nutzfahrzeug-Zukauf in den USA stärken wolle. Der Ex-VW-Manager und heutige Daimler-Vorstand Wolfgang Bernhard hatte diese Gerüchte Anfang Juli angeheizt. Alles gleichzeitig sei aber kaum finanzierbar, schreibt das Magazin unter Berufung auf VW-Top-Manager.

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Quelle: n-tv.de

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