Wirtschaft
Der russische Rubel konnte sich zuletzt leicht stabilisieren.
Der russische Rubel konnte sich zuletzt leicht stabilisieren.(Foto: imago/Russian Look)

Wirtschaftskrise und Rubelverfall: Fitch stuft Russlands Kreditwürdigkeit herab

Die russische Wirtschaft schrumpft, ausländische Investitionen schwinden - die verbesserte Exportlage könne dies nur teilweise wieder auffangen: Die US-Ratingagentur Fitch stuft deshalb die Bonität Russlands herab. Andere könnten bald folgen.

Die US-Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Russland von der Note BBB auf BBB- herabgestuft und den Ausblick auf "negativ" gesetzt - eine weitere Herabstufung ist also möglich. "Der Ausblick hat sich seit Mitte 2014 deutlich verschlechtert", teilte Fitch mit. Mit "BBB-" steht Russland in seiner Kreditwürdigkeit bei Fitch nun auf einer Stufe mit Indien und der Türkei. Bereits Ende Dezember hatte die Ratingagentur S&P damit gedroht, Russlands Bonität auf Ramschniveau herabzusenken.

Gründe für die jetzige Herabstufung seien etwa der Absturz des Rubelkurses und der schwache Ölpreis bei einem gleichzeitigen Zinsanstieg, erklärte Fitch. Zugleich belasteten die im März gegen Russland verhängten internationalen Sanktionen die Wirtschaft des Landes weiter: Russischen Banken und Unternehmen sei der Zugang zu den ausländischen Kapitalmärkten verwehrt.

Fitch rechnet mit einem Schrumpfen der russischen Wirtschaft um vier Prozent im laufenden Jahr. Geringer Konsum und schwindende Investitionen könnten nur teilweise durch eine verbesserte Exportlage aufgefangen werden, hieß es.

Russland wird derzeit von einem heftigen Rubelverfall erschüttert, der die Wirtschaftskrise noch verschärfen könnte. Grund ist der Einbruch des Ölpreises, aber auch die westlichen Sanktionen wegen der Ukraine-Krise setzen dem Rubel zu. Der Kurs der Währung konnte sich jedoch in den letzten Tagen auf niedrigem Niveau stabilisieren.

Quelle: n-tv.de

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