Wirtschaft
Wer auf Rechnung bestellt, hat 14 Tage Zeit für die Zahlung.
Wer auf Rechnung bestellt, hat 14 Tage Zeit für die Zahlung.(Foto: picture alliance / dpa)

Bestellt und nicht bezahlt: Flüchtlinge legen Zalando rein

Waren im Wert von 120.000 Euro lassen sich Flüchtlinge von Zalando in ein saarländisches Aufnahmelager schicken - ohne je dafür zu bezahlen. Das Unternehmen stellt Strafanzeige, doch die Suche nach den Tätern gestaltet sich schwierig.

Immer wieder lieferte der Online-Modehändler Zalando Pakete mit Kleidung in eine Flüchtlingsaufnahmestelle, ohne je Geld für die Ware zu sehen. Kleidung im Wert von mindestens 120.000 Euro sollen Bewohner der zentralen saarländischen Aufnahmestelle Lebach über das Internet bestellt, aber nicht bezahlt haben. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken bestätigte Ermittlungen wegen des Verdachts des Betruges.

Das "Handelsblatt" berichtet über die Ermittlungen nach einer Strafanzeige des Versandhauses. Nach dem bisherigen Stand gingen zwischen Juni 2014 und Juni 2015 insgesamt 962 Bestellungen aus dem Raum Lebach bei Zalando ein und wurden "auf Rechnung" ausgeliefert. Von diesen wurden bis Mitte Juni dieses Jahres 627 nicht bezahlt.

Diese Bestellungen von hochwertigen Schuhen, Kleidung und Koffern sollen fast ausschließlich in die Aufnahmestelle geschickt worden sein. 41 Verdächtige leben noch in Lebach, 59 Besteller sollen bereits in den Balkan zurückgekehrt sein. 335 unbezahlte Bestellungen konnten Ermittlern zufolge bisher keinem Bewohner zugeordnet werden, da möglicherweise unter fingierten Namen geordert wurde.

Auch die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass einige Beschuldigte schon wieder ausgereist seien. Der in Berlin ansässige Online-Modehändler Zalando wollte die mutmaßlichen Betrugsfälle gegenüber dem "Handelsblatt" bisher nicht kommentieren. Trotz der Betrugsfälle steht der Versandhändler finanziell gut dar. Der Aktienwert legte zuletzt zu. Analysten erwarten eine positive Geschäftsentwicklung.

Quelle: n-tv.de

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