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Wirtschaft

Montag, 06. September 2010

Fabrik ohne Arbeiter: Foxconn geht neue Wege

Der durch eine Reihe von Selbstmorden in der Belegschaft in die Schlagzeilen geratene Elektronik-Konzern Foxconn plant den Bau von vollautomatischen Fabriken in den USA. Damit könne man so günstig produzieren, dass sich die Lieferung von den USA nach China lohne.
Foxconn will jetzt ganz auf Mitarbeiter verzichten.

Foxconn will jetzt ganz auf Mitarbeiter verzichten.
(Foto: REUTERS)

Der weltgrößte Elektronik-Hersteller Foxconn denkt über vollautomatische Fabriken in den USA nach. Innerhalb der nächsten fünf Jahre werde der Auftragsfertiger wahrscheinlich Bauteile und komplette Geräte in Amerika produzieren, sagte Foxconn-Gründer Terry Gou der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. "Mit Automatisierung in den USA kann man auch nach China liefern, die Kosten wären immer noch konkurrenzfähig", sagte Gou.

Der taiwanesische Foxconn-Konzern produziert in China für die Großen der Tech-Branche wie Apple, Dell oder Nokia. Das Unternehmen hat mehr als 900.000 Beschäftigte und kündigte vor kurzen an, bis zu 400.000 weitere einstellen zu wollen.

Selbstmorde überschatten das Geschäft

In diesem Jahr stand Foxconn unter heftiger Kritik, nachdem sich mehr als zehn Arbeiter in seinem Werk in Shenzhen das Leben genommen hatten. Nach den Selbstmorden wurden die Löhne zum Teil verdoppelt. Zeitweise brachte das Management Sicherheitsnetze an, die Arbeiter vom Sprung in den Tod abhalten sollten.

Der 59-jährige Gou sagte dem "Wall Street Journal", er fühle sich zwar schuldig wegen der Selbstmorde - die Kritik an seinem Unternehmen sei aber größtenteils unfair gewesen. "Das ist kein Ausbeuterbetrieb. Ich bin stolz, das sagen zu können." Foxconn waren nach den Todesfällen zu harte Arbeitsbedingungen, niedrige Löhne und ein "militärischer" Managementstil vorgeworfen worden. Dem Geschäft von Foxconn habe die Diskussion nicht geschadet, betonte Gou. "Wenn alle denken würden, Foxconn sei böse, würden sie uns keine Aufträge mehr geben und sie würden nicht zu uns arbeiten kommen."

Gou hatte die Firma 1974 als Hersteller von Plastik-Knöpfen für Fernsehgeräte gegründet, inzwischen übersteigt der Umsatz von Foxconn das Geschäftsvolumen vieler seiner Kunden. Das Wachstumstempo der vergangenen Jahre lasse sich jetzt aber nicht mehr durchhalten, sagte Gou. "Bisher war das Ziel, jährlich um 30 Prozent zu wachsen. Jetzt sind wir zu groß dafür." Deshalb peile er jetzt ein jährliches Umsatzplus von 15 Prozent an. Bei Übernahmen wolle Foxconn genauer aufs Geld schauen, plane aber Vorstöße in Bereiche wie Biotechnologie, Nanotechnik und Medien.

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Billigarbeitskräfte in China wehren sich
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dpa

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