Ein Pärchen betrachtet die Auffangnetze am Foxconn-Gebäude in Longhua in der Sonderwirtschaftszone Shenzhen.
(Foto: REUTERS)
Dienstag, 29. Juni 2010
Löhne in Shenzen zu hoch: Foxconn wechselt Standort
Der Elektronikhersteller Foxconn will die Produktion für das US-Computer- und Handyunternehmen Apple in China Medienberichten zufolge teilweise verlagern. Grund seien eine Reihe von Selbstmorden von Beschäftigten des Unternehmens in der südchinesischen Sonderwirtschaftszone Shenzhen sowie infolge dessen gestiegene Arbeitskosten, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf Konzernkreise.
Wie das Blatt schreibt, will das Unternehmen mit Hauptsitz in Taiwan einen Teil der Produktion in die zentralchinesische Provinz Henan sowie nach Tianjin im Norden des Landes verlegen. Auch die Zeitung "China Daily" berichtete von Plänen Foxconns, Investitionen und die Produktion in Tianjin auszubauen. Das Unternehmen wollte die Berichte auf Anfrage zunächst nicht bestätigen. Die Gerüchte, dass es zu Verlagerungen kommen würde, kursieren schon seit längerem.
Gehaltserhöhungen nur vorgeschoben?
Foxconn hatte nach einer Selbstmordserie von Beschäftigten seines Werkes in der Sonderwirtschaftszone Shenzhen angekündigt, die Löhne dort zum Oktober um knapp 70 Prozent anzuheben. Ein Arbeiter soll dann im Monat 2000 Yuan (244 Euro) verdienen. In dem Werk, das außer für Apple auch für Nokia, Hewlett-Packard oder Dell produziert, nahmen sich seit Beginn des Jahres zehn Beschäftigte das Leben. Nach der von Foxconn angekündigten Lohnerhöhung wurde auch der offizielle Mindestlohn in Shenzhen um bis zu 22 Prozent angehoben. Der monatliche Mindestlohn in der Sonderwirtschaftszone soll nach offiziellen Angaben ab Juli 1100 Yuan (knapp 135 Euro) betragen.
Arbeitsrechtsorganisationen hatten für die Suizide unter den Foxconn-Beschäftigten schlechte Arbeitsbedingungen bei niedrigen Löhnen verantwortlich gemacht. Die Selbstmorde schürten bei den Regierungsverantwortlichen Angst vor sozialen Unruhen. China konnte bislang vor allem aufgrund seiner niedrigen Löhne als Produktionsstandort auftrumpfen.
AFP
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