Wirtschaft
Alstom-Zentrale in Levallois-Perret.
Alstom-Zentrale in Levallois-Perret.(Foto: AP)

Hinweise im Alstom-Deal: Frankreich hilft GE auf die Sprünge

Das derzeitige Angebot von General Electric für Alstom findet keine Zustimmung in Paris. Die Regierung verlangt von den Amerikanern eine Überarbeitung. Alstom sei für Frankreich sehr wichtig. Die Forderung erinnert an das Siemens-Angebot.

Frankreichs Regierung mischt auch nach der Vorlage von zwei Offerten Im Poker um die Energiesparte des Konzerns Alstom weiter kräftig mit. Allerdings legt sie sich dabei indirekt den US-Interessenten General Electric (GE) zurecht. Das 17 Milliarden US-Dollar schwere Gebot von GE sei nicht zufriedenstellend, sagte Präsident François Hollande. Die französische Regierung habe die Macht, einen besseren Deal für Alstom rauszuschlagen.

Und wie der aussehen könnte, hat Paris dem Konzern bereits umrissen. In einem Schreiben des Wirtschaftsministers Arnaud Montebourg an den GE-Chef Jeff Immelt wird deutlich, die Regierung werde einer Transaktion nicht zustimmen, die es GE ermögliche, das Geschäft vollständig zu absorbieren. Man könne nicht akzeptieren, wenn von Alstom kaum etwas übrig bleibe. Der französische Konzern sei für das Land derart wichtig, dass er vor zehn Jahren schon einmal gerettet wurde. Zugleich aber schlug vor, dass GE sein Transportgeschäft an Alstom geben solle - um Alstoms Hochgeschwindigkeitszug-Sparte zu vergrößern.

GE erklärte als Reaktion auf den Brief, dass der bisherige Vorschlag gut für Frankreich, für Alstom und für GE sei. Zugleich sei man aber auch offen für eine Fortsetzung des Dialogs.

Alstom prüft GE-Offerte

Der Alstom-Verwaltungsrat hat bereits entschieden, die GE-Offerte bis Ende Mai von einem unabhängigen Komitee prüfen zu lassen.

Doch auch der deutsche Technologiekonzern Siemens hat konkretes Interesse an Alstoms Energiesparte signalisiert. Die Münchener haben sich nicht zuletzt auf Wunsch der französischen Regierung in die Rolle des vermeintlich weißen Ritters begeben. Und im Unterschied zu GE sollen sie bereits von sich aus angeboten haben, sämtliche Teile ihres Bahngeschäfts von den Hochgeschwindigkeitszügen ICE über die Lokomotiven bis hin zu den Nahverkehrszügen an Alstom abzutreten.

Frankreich hatte 2006 seinen 21-prozentigen Alstom-Anteil an an den französischen Mischkonzern Bouygues verkauft. Dieser ist inzwischen zum größten Alstom-Eigner aufgestiegen und hält 29,4 Prozent. Die Chefs der drei Konzerne - GE, SiemenParis lässt es sich jedoch von jeher nicht nehmen, in wichtigen Wirtschaftsfragen mitzumischen - auch, wenn es sich dabei um Belange von Unternehmen handelt, an denen der Staat nicht beteiligt ist.

Frankreich will nicht einsteigen

Nicht zuletzt Montebourg hat bisher keinen Hehl daraus gemacht, dass er mit dem Angebot von Siemens sympathisiert. Vergangane Woche drängte er darauf, dass die Alstom-Führung das Angebot von Siemens zumindest in Erwägung zieht. Einer erneuten Beteiligung des Staats an Alstom - über den einprozentigen Anteil hinaus - erteilte er dagegen eine Absage. Hollande sagte: "Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich bessere Angebote bevorzugen."

Siemens hat sich in einem Brief an das Management von Alstom bereits enttäuscht darüber gezeigt, dass der französische Industriekonzern nicht auf das Angebot der Münchener zu einem direkten Dialog reagiert hat. Zudem erklärte Siemens, dass die Münchener bereit wären, das Angebot noch einmal zu erhöhen, sollte eine Buchprüfung bei Alstom ein höheres Angebot rechtfertigen.

Doch inzwischen mehren sich auch die kritischen Stimmen im deutschen Konzern. Ein Magazin zitierte am Wochenende einen Aufsichtsrat mit den Worten: "Für uns geht die Welt nicht unter, wenn wir den Zuschlag nicht bekommen", davon hänge die Zukunft von Siemens nicht ab. So drückten einige die Daumen drücken, dass GE bei dem spektakulären Übernahmekampf obsiege.

Quelle: n-tv.de

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