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Probleme seit 2001 bekannt: GM bittet um Vergebung

Mehr als ein Jahrzehnt schweigt General Motors zu Problemen mit dem Zündschloss. In der Zwischenzeit kommen etliche Autofahrer und Insassen bei Unfällen wegen des Defekts ums Leben. Nun entschuldigt sich der US-Autohersteller.

Der US-Autohersteller General Motors bittet im Skandal um tödliche Unfälle durch fehlerhafte Zündschlösser die Opfer und deren Angehörigen um Entschuldigung. Konzernchefin Mary Barra äußerte in einer verbreiteten Erklärung ihr tiefes Bedauern. Vor allem die Familien und Freunde der Getöteten und Verletzten bitte sie aufrichtig um Vergebung, hieß es. Barra wollte die Erklärung vor dem Repräsentantenhaus abgeben. Zuvor war diese bereits auf der Webseite des Handelsausschusses veröffentlicht worden.

Die Opel-Mutter wusste nach eigenen Angaben seit 2001 von Problemen mit der Zündung. Doch erst 2014 beorderte das Unternehmen Autos in die Werkstätten. In den Jahren sollen bei Unfällen, die durch den Fehler verursacht wurden, GM zufolge mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen sein. Verbraucherschützer gehen von rund 300 Todesfällen aus.

GM ruft seit Jahresbeginn fast fünf Millionen zurück

Ende vergangener Woche das Unternehmen den Rückruf auf 2,6 Millionen Fahrzeuge ausgeweitet. Bei ihnen kann die Zündung auch bei hohem Tempo unvermittelt in einen Modus springen, bei dem sich Motor und elektrische Systeme abschalten. Auch die Airbags funktionieren dann nicht mehr. Auch wegen anderer Probleme hatte GM zuletzt Autos zurückgerufen. Seit Jahresbeginn waren es etwa 4,8 Millionen Pkw.

In der Erklärung der seit Januar an der GM-Spitze stehenden Managerin heißt es, sie wisse noch nicht, weshalb es so viele Jahre gedauert habe, um den Fehler öffentlich zu machen. "Aber wir werden es herausfinden." GM droht eine Klagewelle und ein massiver Vertrauensverlust.

Derweil hat der Zulieferer Delphi in einer Stellungnahme für den US-Kongress erklärt, GM habe die fraglichen Zündschlösser 2002 genehmigt, obwohl sie nicht alle Vorgaben des Konzerns erfüllt hätten. Warum sich GM so verhalten habe, sei unklar. Einem am Wochenende von dem Ausschuss veröffentlichten Dokument zufolge hatten GM-Ingenieure sich noch 2005 mit dem Defekt an den Bauteilen beschäftigt.

Quelle: n-tv.de

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