Wirtschaft

Härtere Einschnitte drohen GM hat Plan B für Opel

19.10.2009, 11:10 Uhr

General Motors bereitet sich auf ein mögliches Scheitern des Geschäfts mit dem Zulieferer Magna und der russischen Sberbank vor. Trotz EU-Bedenken will der US-Autobauer den Opel-Bieterprozess nicht neu überdenken.

Europa-DEU-Opel-MFRA102-jpg4082081212150063645
Opel hängt weiter in der Luft. GM will aber nicht neu verhandeln. (Foto: AP)

Der Opel-Eigentümer General Motors plant einem Zeitungsbericht zufolge härtere Einschnitte bei Opel, falls der Verkauf des deutschen Autobauers scheitern sollte. GM wolle den Verkaufsprozess nicht wie von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes angeregt neu aufrollen, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Sollte die EU den Prozess aber mit ihrem Veto platzen lassen, würde GM die Europa-Tochter ganz behalten und tausende mehr Arbeitsplätze streichen sowie mindestens ein Werk in Deutschland schließen, hieß es in dem Bericht.

Für diesen "Plan B" würde GM-Chef Fritz Henderson den Staat um Hilfe bitten oder Opel in die Insolvenz schicken. Dem kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna und dessen russischem Partner Sberbank hat die deutsche Regierung 4,5 Mrd. Euro für die Sanierung versprochen. Auch die übrigen Staaten mit Opel- und Vauxhall-Standorten sollen sich daran beteiligen. Magna will rund 10.500 der 50.000 Stellen bei Opel streichen, davon rund 4000 in Deutschland, aber keines der vier Opel-Werke in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern schließen.

Kroes hatte in einem am Freitag bekanntgewordenen Brief an Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) den Verdacht geäußert, dass die staatliche Hilfe an Magna als Käufer geknüpft war. Das würde dem EU-Wettbewerbsrecht widersprechen. Auch der Finanzinvestor RHJ International hatte für Opel geboten. Guttenberg gab sich aber zuversichtlich, die Bedenken rasch ausräumen zu können.

Quelle: wne/rts