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Noch hat die US-Regierung einen Fuß in der GM-Konzerntür.
Noch hat die US-Regierung einen Fuß in der GM-Konzerntür.(Foto: picture alliance / dpa)

"Government Motors" bis 2014?: GM hofft auf Regierungsausstieg

Im Jahr 2009 retten die USA den angeschlagenen Autokonzern General Motors noch mit 50 Milliarden Euro. Knapp vier Jahre später sieht GM seine Reputation gefährdet, der Ausstieg der Regierung kann jetzt gar nicht schnell genug gehen. Auf der anderen Seite des Atlantiks will der US-Konzern derweil die marode Europa-Tochter Opel mit einer großzügigen Finanzspritze sanieren.

Der US-Automobilhersteller General Motors (GM) hofft, dass die US-Regierung wie angekündigt bis Ende März 2014 bei dem Konzern komplett aussteigt. "Von Regierungsseite hieß es, dies soll irgendwann ab jetzt bis Ende des ersten Quartals 2014 passieren. Ich hoffe sehr darauf", sagte GM-Chef Dan Akerson während einer Rede bei der London School of Economics and Political Science.

GM-Chef Dan Akerson zu Besuch in Rüsselsheim: Der Konzern will vier Millarden Euro in die angeschlagene Tochter Opel stecken.
GM-Chef Dan Akerson zu Besuch in Rüsselsheim: Der Konzern will vier Millarden Euro in die angeschlagene Tochter Opel stecken.(Foto: dpa)

Seine Aussagen machen deutlich, dass die Regierung mit einem Komplettausstieg bei GM offenbar keine Eile hat. Das GM-Management wartet bereits sehnsüchtig auf diesen Zeitpunkt, denn dass die Regierung immer noch einen Fuß in der Tür hat, drückt auf das Image. Die US-Regierung hatte im Dezember vergangenen Jahres damit begonnen, den Autobauer endlich vom Haken zu lassen. Zu dem Zeitpunkt kündigte Washington an, die Anteile an dem Konzern  in den nächsten zwölf bis 15 Monaten verkaufen und damit komplett aussteigen zu wollen. Einen Teil der Aktien wird GM dabei selbst übernehmen.

Der Opel-Mutterkonzern kaufte bis Ende 2012 von der Regierung 200 Millionen Aktien für je 27,50 US-Dollar bzw insgesamt 5,5 Milliarden US-Dollar. Die verbleibenden gut 300 Millionen Papiere sollen dann später veräußert werden. Alleine durch den Rückkauf von GM fiel der Staatsanteil auf jetzt unter 19 Prozent von zuvor noch über 26 Prozent. Der Autokonzern musste 2009 mit einer Finanzspritze in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar vom Staat gerettet werden. GM hatte schon seit längerem versucht, sich vom staatlichen Haken zu lösen. Der als "Government Motors" verspottete Konzern sah seine Reputation zunehmend beschädigt. Die Deckelung der Gehälter hatte zudem die Rekrutierung von Top-Talenten erschwert.

Vier Milliarden Euro für Opel

Neben der Loslösung von der US-Regierung betreibt GM nun auch die Konsolidierung seines deutschen Sorgenkindes mit neuem Elan: Vier Mrd. Euro will General Motors bis 2016 in seine marode Tochter Opel pumpen, die seit Jahren in den roten Zahlen steckt. "GM braucht eine starke Präsenz in Europa – sowohl bei Design und Entwicklung als auch bei Fertigung und Verkauf", beschwor GM-Chef Akerson die Zukunft der Marke mit dem Blitz.

Das Problem dabei: Die Investitionen sollen nach Unternehmensangaben ganz überwiegend in Forschung und Entwicklung fließen. 23 neue Modelle und 13 spritsparende Motoren will Opel in den nächsten vier Jahren entwickeln. Hinzu kommen einige Sachinvestitionen für Maschinen in den bestehenden Werken. Zu den Standorten in Deutschland sagte der GM-Chef allerdings kein Wort. Akersons Bekenntnis steht also im krassem Widerspruch zu den Tatsachen, die die US-Konzernzentrale geschaffen hat: Das Aus für das Opel-Werk in Bochum steht fest, daran werden auch die neuen Milliarden aus den USA nichts ändern. Bis zu 3000 Jobs sind bedroht.

Quelle: n-tv.de

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