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Opel Ampera, Chevrolet Volt: Ab 2016 hat Opel Europa wieder weitesgehend für sich und die Schwestermarke Vauxhall.
Opel Ampera, Chevrolet Volt: Ab 2016 hat Opel Europa wieder weitesgehend für sich und die Schwestermarke Vauxhall.(Foto: picture alliance / dpa)

"Chevrolet braucht kein Mensch": Opel darf in Europa allein durchstarten

Für Opel endet das Jahr mit einer guten Nachricht: General Motors will Chevrolet weitgehend aus Europa zurückziehen und überlässt Opel und Vauxhall damit den "Schlüsselmarkt". Dieser Schritt war "überfällig", sagt n-tv.de-Autoexperte Becker.

Vor einem Jahr schockt Opel am Jahresende mit der Nachricht, die Autoproduktion in Bochum 2016 einzustellen. In diesem Jahr wartet die US-Mutter General Motors (GM) mit "good news" für die Tochter auf: GM stellt die Marke Chevrolet in Europa weitgehend ein und stärkt damit Opel und deren britische Schwester Vauxhall. "Eine längst überfällige Entscheidung", sagt n-tv.de-Autoexperte Helmut Becker.

"Offensichtlich hat GM die Lust an Chevrolet verloren", sagt Becker weiter und verweist auf die jüngsten Zulassungszahlen in Deutschland. "Bis einschließlic November sind 23.000 Chevrolets verkauft worden, mehr als 14 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im November betrug das Minus sogar 41 Prozent." Beckers Fazit: "Kein Mensch braucht Chevrolet."

"Europa ist ein Schlüsselmarkt für GM"

GM nehme Chevrolet Ende 2015 in West- und Osteuropa vom Markt, sagte Opel-Aufsichtsratschef Stephen Girsky. "Unser Vertrauen in die Marken Opel und Vauxhall in Europa wächst", begründete er den Schritt. Chevrolet dagegen sei in Europa eine Marke mit einem einprozentigen Marktanteil. Deren Ergebnisse seien nicht zufriedenstellend und die Aussichten auf Besserung gering.

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"Europa ist ein Schlüsselmarkt für GM", betonte Konzernchef Dan Akerson. Von der Stärkung von Opel und Vauxhall werde der Konzern insgesamt profitieren. GM investiert bis 2016 mehr als vier Milliarden Euro in neue Modelle und Motoren, um das defizitäre Europa-Geschäft in die Spur zu bringen. Angesichts erster Sanierungserfolge wird General Motors damit interessanter für Investoren.

Insidern zufolge hat sich der Hedgefonds Hayman Capital an GM beteiligt. Hayman erwarte in den kommenden 12 bis 18 Monaten einen kräftigen Kursanstieg der Aktie, wenn sich der Staat von seinen letzten GM-Anteilen trenne, sagte eine mit dem Investment vertraute Person.

Abzug kostet GM hohen Betrag

Zunächst kostet der Rückzug von Chevrolet aus Europa aber Geld: Der US-Konzern bezifferte die finanziellen Belastungen auf 700 Millionen bis 1 Milliarde Dollar. Die Kosten fallen vor allem für Wertberichtigungen, den Umbau des Händlernetzes und Preisabschläge an und sollen im Schlussquartal 2013 und in den ersten drei Monaten 2014 verdaut werden. Wie sich dies auf das Ziel von Opel auswirkt, bis 2016 die Gewinnzone zu erreichen, ließ GM offen. Aber nicht nur der Ausstieg kostet, laut Becker "dürfte auch der Markteintritt kaum billiger gewesen sein".

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Die Opel-Mutter nimmt die Belastungen in Kauf, weil sie sich angesichts der Dauerkrise in Europa den Aufwand für zwei Volumenmarken nicht mehr leisten will. Chevrolet hat in Europa 520 Mitarbeiter und 1900 Händler.

Weitgehend identische Autos

Für Opel bedeutet der Schnitt, dass die Rüsselsheimer Traditionsmarke mit dem Blitz nicht mehr befürchten muss, Kunden an den billigeren internen Konkurrenten zu verlieren. Erst kürzlich hatte der amerikanische Mutterkonzern Opel-Strategiechef Thomas Sedran an die Spitze von Chevrolet gehievt, um Wachstumsmöglichkeiten für die Opel-Schwestermarke auszuloten.

Opel und Chevrolet bieten in Teilen weitgehend identische Autos an. Die kleinen Geländewagen Opel Mokka und Chevrolet Trax gleichen sich ebenso wie die Kompaktwagen Astra und Cruze und die Mittelklassebrüder Insignia und Malibu. "Das Problem war bislang, dass es kaum eine Abgrenzung zwischen Opel und der günstigeren Alternative Chevrolet gab", sagte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach. Dadurch hätten sich die beiden Marken gegenseitig Kunden abgejagt. Am auffälligsten ist dies beim Elektroauto Ampera, den es baugleich als Chevy Volt wesentlich günstiger gibt.

Cadillac soll aufgebaut werden

Nun kam die GM-Führung zu dem Schluss, dass die amerikanische Traditionsmarke angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation in Europa keine Chance habe. Während sich Chevrolet aus West- und Osteuropa zurückziehen soll, soll die Marke Cadillac als Konkurrent gegen die Oberklasseautobauer BMW, Daimler und Audi aufgebaut werden. In Russland und den GUS-Staaten soll Chevrolet weiter verkauft werden, da die Marke dort stärker gefragt ist als in Westeuropa.    

Girsky sagte, die Entscheidungen seien unabhängig von der Allianz mit Peugeot getroffen worden. GM arbeitet bei Einkauf, Logistik, Entwicklung und Produktion von Autos mit dem angeschlagenen französischen Autobauer zusammen, der einen Partner sucht. Nachdem der US-Konzern in den vergangenen Monaten mehrfach Spekulationen über einen engeren Zusammenschluss mit Peugeot zurückgewiesen hatte, bandeln die Franzosen nun mit dem chinesischen Autobauer Dongfeng an.

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Quelle: n-tv.de

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