Wirtschaft
Eine "Börse 2.0" soll für bessere Finanzierungsmöglichkeiten für deutsche Start-ups sorgen, verkündete Gabriel.
Eine "Börse 2.0" soll für bessere Finanzierungsmöglichkeiten für deutsche Start-ups sorgen, verkündete Gabriel.(Foto: picture alliance / dpa)

"Potenzial für Weltmarktführer": Gabriel stellt Start-ups halbe Milliarde bereit

Wirtschaftsminister Gabriel hat großes Vertrauen in die Innovationskraft deutscher Unternehmer - einzig an der richtigen Finanzierung mangele es. Abhilfe soll auch eine "Börse 2.0" schaffen. Deren Vorbild ist jedoch vor Jahren grandios gescheitert.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat auf dem nationalen IT-Gipfel in Hamburg deutschen Start-up-Unternehmen einen Fonds für die Wachstumsfinanzierung in Aussicht gestellt. Gemeinsam mit dem Europäischen Investitionsfonds soll ein 500 Millionen Euro umfassender Finanzierungsrahmen aufgelegt werden, teilte das Bundeswirtschaftsministerium auf Nachfrage mit. Über den neuen Fonds soll der Kapitalbedarf für Wachstumsfinanzierungen von innovativen Unternehmen in Deutschland gesichert werden.

Zudem plant die Bundesregierung gemeinsam mit der Deutschen Börse eine "Börse 2.0", die für bessere Finanzierungsmöglichkeiten für deutsche Start-ups sorgen soll. Das Projekt ist eine Neuauflage des in Deutschland um die Jahrtausendwende gescheiterten "Neuen Markts" und wurde auf Initiative des Bundesverbands Deutsche Start-ups von Gabriels Vorgänger Philipp Rösler angestoßen.

Finanzierungs-Schwierigkeiten in der Wachstumsphase

Gleichzeitig mahnte Gabriel die deutsche Industrie, sich beim Thema Start-up-Finanzierung nicht aus der Verantwortung zu ziehen. Im Vergleich zum Silicon Valley stelle die klassische deutsche Industrie Geld nur in "homöopathischen Dosen" zur Verfügung. "Wir haben in Deutschland die Potenziale für neue Weltmarktführer, nun müssen wir ihnen die Chancen zum Wachsen geben", sagte Gabriel.

Mit dem High-Tech Gründerfonds gibt es bereits seit 2005 einen zum Teil staatlich finanzierten Fonds für Start-up-Unternehmen in Deutschland, allerdings für die Gründungsphase. Besonders knapp ist das Kapital unter deutschen Tech-Unternehmen aber vor allem in der Wachstumsphase, in der Beträge zwischen zwei und zehn Millionen Euro benötigt werden. Die Mittel für den neuen Fonds kommen zu etwa zwei Dritteln aus dem ERP-Sondervermögen des Bundes , das seit den Zeiten des Marshallplans existiert. Etwa ein Drittel steuert Europäische Investitionsfonds bei.

Quelle: n-tv.de

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