Wirtschaft

"Für die Welt brandgefährlich": Gabriel warnt vor Schwächung Russlands

Die Stimmen mehren sich, die vor einer weiteren Destabilisierung Russlands warnen. Nach Ifo-Chef Sinn sieht auch Vizekanzler Gabriel darin eine Gefahr für die weltweite Wirtschaft. Er kritisiert, dass hinter schärferen Sanktionen ganz andere Interessen steckten.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat den Westen vor einer weiteren Schwächung Russlands durch noch schärfere Sanktionen gewarnt. "Wer das will, provoziert eine noch viel gefährlichere Lage für uns alle in Europa", sagte der Vizekanzler und SPD-Chef der "Bild am Sonntag".

Vor einer Wechselstube in Moskau: Der Rubel-Verfall macht der russischen Wirtschaft zu schaffen.
Vor einer Wechselstube in Moskau: Der Rubel-Verfall macht der russischen Wirtschaft zu schaffen.(Foto: AP)

"Diejenigen, die Russland jetzt wirtschaftlich und politisch noch mehr destabilisieren wollen, verfolgen ganz andere Interessen", warnte er. In Europa wie in den USA gebe es Kräfte, die den "anderen Supermacht-Rivalen endgültig am Boden" sehen wollten. Das könne aber nicht in deutschem und europäischem Interesse sein. Wenn Russland zudem als Partner zur Lösung von Konflikten ausfalle, sei das "für die ganze Welt brandgefährlich."

Auch Ifo-Chef Sinn warnt

Ziel der beschlossenen Strafmaßnahmen gegen Russland sei, das Land zurück an den Verhandlungstisch zu bringen, um zu einer friedlichen Lösung der Ukraine-Krise zu kommen, sagte Gabriel. "Wir wollen helfen, den Konflikt in der Ukraine zu lösen. Aber nicht, Russland in die Knie zu zwingen", warnte er.

Gabriel stellte sich dabei ausdrücklich hinter den Kurs von Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der vor weiteren Sanktionen gewarnt hatte. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zuletzt dagegen ihre Kritik an Russland verschärft. Russland ist als Folge der Strafmaßnahmen des Westens und des Ölpreisverfalls wirtschaftlich schwer unter Druck gekommen. Dem Land droht eine tiefe Rezession.

Zuvor hatte auch der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, vor einem Zusammenbruch der russischen Wirtschaft gewarnt. Die Devisenreserven reichten gerade noch, um den Schuldendienst für zwei Jahre zu leisten und von Exportüberschüssen könne wegen des sinkenden Ölpreises nicht mehr die Rede sein, schrieb Sinn in einem Gastbeitrag für die "Wirtschaftswoche". Letztlich drohe "eine gefährliche Destabilisierung der russischen Gesellschaft". Doch auch ein völliger Kollaps der Wirtschaft sei mittlerweile nicht mehr auszuschließen, schrieb Sinn.

Quelle: n-tv.de

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