Donnerstag, 29. Juli 2010
Anleger setzen die Segel: Gold-ETF verliert Fans
Die aufkommenden Konjunkturbrisen lockt immer mehr Investoren auf die offene See hinaus: Der weltgrößte Goldfonds verliert deutlich an Volumen.
In den Goldminen lässt die Hektik nach: Das Edelmetall hat anscheinend einen Gipfel überschritten.
(Foto: REUTERS)
Investoren haben sich in den vergangenen Tagen verstärkt aus börsennotierten Indexfonds (ETFs) auf den Gold-Spotpreis zurückgezogen. Das Volumen des weltgrößten Fonds dieser Art, des SPDR Gold Shares aus den USA, belief sich zur Wochenmitte auf 1282,28 Tonnen. Das war der niedrigste Stand seit dem 2. Juni 2010. Am 29. Juni hatte der am Markt unter dem Namen "Spider" geläufige Fonds noch ein Rekordvolumen von 1320,44 Tonnen erreicht.
Experten begründeten das nachlassende Interesse an Gold-ETFs mit den höheren Aktienkursen, anziehenden Renditen auf US-Staatsanleihen und deutlich geringeren Risikoaufschlägen für europäische Staatsanleihen. Dadurch seien die Investoren wieder risikobereiter geworden.
Hafentage machen träge
"Viele Positionen im Goldmarkt, die als sicherer Hafen genutzt wurden, werden derzeit aufgelöst", sagte Rohstoffanalyst Mark Pervan von der Australia and New Zealand Banking Group (ANZ) in Melbourne.
Hinzu komme, dass der Goldpreis charttechnisch angeschlagen sei. Er könne in Kürze eine seit zwei Jahren bestehende Unterstützung nach unten durchbrechen und dann auf etwa 1030 bis 1040 Dollar pro Unze fallen, hieß es vom Handelshaus CitiFX. So tief hatte Gold zuletzt im Oktober 2009 notiert.
Am Donnerstagmorgen kostete eine Unze Gold am Spotmarkt rund 1166 Dollar.
rts
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