Wirtschaft
Goldman-Chef Lloyd Blankfein hat geschafft, woran die anderen gescheitert sind: die Erwartungen zu erfüllen.
Goldman-Chef Lloyd Blankfein hat geschafft, woran die anderen gescheitert sind: die Erwartungen zu erfüllen.(Foto: Reuters)

Erwartungen übertroffen: Goldman Sachs durchbricht den Bann

Versöhnlicher Abschluss der Banken-Woche: Nach vier mehr oder minder großen Enttäuschungen kann Goldman Sachs die Analystenprognosen übertreffen. Zwar leidet sie ebenfalls unter den niedrigen Zinsen. Doch hat sie sich ordentlich gestrafft.

Die US-Bank Goldman Sachs beschließt die Bilanzwoche der Branchenvertreter in den USA - und hat die gleichen Probleme wie die Mitbewerber. Ebenso wie diese konnte sich das Finanzinstitut im Schlussquartal nicht dem Abwärtssog im Geschäft mit festverzinslichen Papieren entziehen. Die Einnahmen in dem für die Bank bedeutenden Geschäft mit Festzinsprodukten, Devisen und Rohstoffen (FICC) brachen deutlich ein. Gewinn und Einnahmen gingen entsprechend zurück. Allerdings schnitt Goldman Sachs als erste der fünf großen US-Banken, die bisher ihre Quartalszahlen veröffentlicht haben, besser ab als am Markt erwartet.

Der Gewinn der Bank sank um rund sieben Prozent auf 2,17 Milliarden US-Dollar. Je Aktie verdiente das Institut im vierten Quartal 4,38 Dollar. Analysten hatten einen stärkeren Rückgang auf 4,32 Dollar befürchtet. Goldman Sachs hat damit in den vergangenen neun Quartalen jeweils die Gewinnschätzung der Beobachter übertroffen. Die Einnahmen verringerten sich um zwölf Prozent auf 7,69 Milliarden Dollar. Auch hier schnitt die Großbank besser ab als erwartet.

Kostenseite eingedampft

Wie es weiter hieß, sanken die FICC-Einnahmen um 29 Prozent auf 1,22 Milliarden Dollar. Die Erlöse im Investmentgeschäft gingen um 16 Prozent auf 1,44 Milliarden Dollar zurück. Einen Lichtblick boten die Einnahmen in der Beratung - sie stiegen um 18 Prozent auf 692 Millionen Dollar.

Fortschritte verzeichnete Goldman Sachs auf der Kostenseite. Die Verwaltungsausgaben sanken auf Jahressicht um 14 Prozent auf 4,48 Milliarden Dollar. Deutlich nach unten zeigten die Personalausgaben, der dickste Brocken bei den Kosten. Sie gingen um 11 Prozent auf 1,96 Milliarden Dollar zurück. Auf Quartalssicht waren es sogar 30 Prozent weniger.

Die US-Banken haben bislang trotz des guten konjunkturellen Umfelds auf ihrem Heimatmarkt enttäuschende Viertquartalszahlen abgeliefert. Hauptgründe waren die schwachen Handelsgeschäfte und hohe Kosten für Rechtsrisiken. Am kommenden Dienstag legt Morgan Stanley als letzte der Großbanken Zahlen vor. Die Deutsche Bank, die ebenfalls stark im Investmentbanking engagiert ist, will ihr vorläufiges Jahresergebnis am 29. Januar veröffentlichen.

Quelle: n-tv.de

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