Wirtschaft

Strategiewechsel an der Wall StreetGoldman gibt Privatkunden auf

06.06.2011, 20:39 Uhr

Gut vier Jahre nach dem Einstieg in das Geschäft mit weniger wohlhabenden Bank-Kunden aus dem Hypothekenmarkt geht die Wall-Street-Bank Goldman Sachs wieder auf Abstand: Die zuständige Tochter wird verkauft, die Bank hat ein Problem weniger.

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Nachwirkungen der Hauspreisblase: Der Immobilienmarkt liegt immer noch am Boden. (Foto: REUTERS)

Die US-Großbank Goldman Sachs zieht sich aus dem Geschäft mit den einfachen Privatkunden zurück. Die Tochter Litton Loan Servicing geht für rund 264 Mio. Dollar an den Wettbewerber Ocwen Financial, teilte das Wall-Street-Haus mit. Damit besinnt sich Goldman Sachs wieder auf Firmenkunden, staatliche Stellen und wohlhabende Privatanleger.

Goldman Sachs hatte Litton erst im Jahr 2007 übernommen. Die Gesellschaft verwaltet als sogenannter Loan Servicer die Hypotheken US-amerikanischer Hausbesitzer. Der Servicer soll im Auftrag der Bank etwa dafür sorgen, dass die Zins- und Tilgungszahlungen pünktlich eingehen - wenn das nicht klappt, pfändet der Servicer die Häuser säumiger Schuldner im äußersten Falle.

Diese Zwangsvollstreckungen haben in den USA für viel Wirbel gesorgt. Bankenaufseher und Staatsanwälte werfen den großen Banken und ihren Dienstleistern vor, tausende Häuser übereilt und ohne ausreichende Dokumente zwangsvollstreckt zu haben.

Auch Litton geriet dabei in die Schusslinie, wenngleich nur am Rande. Goldman Sachs schrieb im ersten Quartal Millionen auf die Tochter ab und stellte sie zum Verkauf.

Quelle: dpa