Wirtschaft
Bundeswirtschaftsminister Gabriel soll laut Medienbericht auf einen Zusammenschluss zweier Rüstungskonzerne dringen.
Bundeswirtschaftsminister Gabriel soll laut Medienbericht auf einen Zusammenschluss zweier Rüstungskonzerne dringen.(Foto: picture alliance / dpa)

Anleger jubeln: Greift Gabriel in Rüstungsbranche ein?

Neue Nahrung für ein Gerücht: Laut einem Medienbericht will Wirtschaftsminister Gabriel die Fusion der Rüstungskonzerne Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann vorantreiben. Zwar wiegelt das Ministerium ab - hält Zusammenschlüsse aber für sinnvoll.

Eine Allianz deutscher Rüstungsfirmen steht seit Jahren auf dem Wunschzettel hiesiger Politiker. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat nun einem Zeitungsbericht zufolge vor einem Rüstungsgipfel am Freitag die Konsolidierung der Branche erneut ins Visier genommen. Er werbe persönlich bei den Panzerbauern Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann (KMW) für eine Fusion, berichtete die Wochenzeitung "Die Zeit" vorab, ohne eine Quelle zu nennen.

Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums wiegelte indes ab. Gabriel setze sich nicht aktiv für eine Fusion der deutschen Rüstungskonzerne ein. "Fusionen von Unternehmen sind unternehmerische Entscheidungen, die das Bundeswirtschaftsministerium nicht kommentiert", sagte sie. "Grundsätzlich können Kooperationen, auch europäische, in der Rüstungsindustrie jedoch sinnvoll sein, um den Herausforderungen des Marktes zu begegnen."

Rheinmetall schweigt

Ein KMW-Sprecher sagte, wegen der Gemeinschaftsunternehmen mit Rheinmetall stünden die Konzerne in ständigem Kontakt, Fusionsgespräche liefen aber nicht. KMW plant derzeit einen Zusammenschluss mit der französischen Nexter, der voraussichtlich im ersten Quartal 2015 über die Bühne gehen soll. Rheinmetall wollte den Medienbericht nicht kommentieren.

Rheinmetall und KMW produzieren gemeinsam die Panzer Leopard und Puma. Am Freitag kommt Gabriel mit Vertretern der Rüstungsindustrie zusammen. Der SPD-Politiker hatte schon zu Beginn seiner Amtsperiode im vergangenen Jahr angekündigt, die deutschen Waffenexporte restriktiver zu behandeln als die Vorgängerregierung.

Gerüchte befeuern Kurs - Spitze im MDax

Im Zuge des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland verhängte Gabriel einen Ausfuhr-Stopp nach Russland für ein Gefechtsübungszentrum von Rheinmetall. Der Düsseldorfer Konzern kassierte daraufhin seine Jahresziele. Ohnehin schrieb Rheinmetall im Rüstungsgeschäft zuletzt rote Zahlen.

Bereits vor zehn Jahren hatte der damalige Verteidigungsminister Peter Struck mit dem Streichen von Rüstungsvorhaben in Milliardenhöhe die Diskussion um eine Konzentration der Rüstungsindustrie befeuert. Angetrieben von Fusionsfantasien setzten sich die Rheinmetall-Aktien am Mittwoch an die Spitze der MDax-Gewinner. So bauten die Titel ihre Kursgewinne aus und notierten bis zu vier Prozent im Plus.

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Quelle: n-tv.de

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