Wirtschaft

Pleitebank plant ReprivatisierungHRE will weg vom Staat

22.07.2011, 11:23 Uhr

Die verstaatlichte Pleitebank Hypo Real Estate feilt an ihrer Reprivatisierung. Nun gelte es, "den Markt mit guten Ergebnissen" vom neuen Geschäftsmodell zu überzeugen, wie Chefin Manuela Better sagt. Ein Anfang scheint gemacht: So will die Immobilienbank im August mit schwarzen Zahlen aufwarten.

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die in der Finanzkrise mit Milliardenhilfen gerettete und verstaatlichte Bank Hypo Real Estate (HRE) bereitet sich auf ihre Reprivatisierung vor. "Wir werden uns jetzt sehr intensiv mit diesem Thema beschäftigen", sagte HRE-Chefin Manuela Better dem "Handelsblatt". Wichtig sei für den Immobilienfinanzierer nun, "dass wir dem Markt mit guten Ergebnissen beweisen, dass unser Geschäftsmodell funktioniert". So habe die Bank im zweiten Quartal einen Gewinn gemacht, sagte Better. Die Zahlen dazu legt die HRE im August vor.

Die EU-Kommission hatte die Hilfen des deutschen Staates für die HRE am Montag genehmigt. Dabei ging es ingesamt um rund 175 Milliarden Euro. Im Gegenzug für die Unterstützung muss sich die Bank aber weiterhin radikal umbauen. Den Plan dazu genehmigte die EU-Kommission ebenfalls. Die HRE und ihre Kernbank, die Deutsche Pfandbriefbank, werden dazu deutlich verkleinert. Der HRE-Konzern zieht sich aus allen Geschäftsaktivitäten außer der Pfandbriefbank zurück.

In der Finanzkrise stand die HRE vor der Pleite. Der Konzern wurde 2009 verstaatlicht, um einen Zusammenbruch des gesamten Bankensystems zu verhindern. Faule Wertpapiere wurden in eine sogenannte Bad Bank ausgelagert. Heute ist der Staat über den Rettungsfonds SoFFin weiterhin Alleineigentümer der HRE. Das Interesse von Investoren an einer Reprivatisierung will die Bank nach Angaben ihrer Chefin nun in den kommenden anderthalb bis zwei Jahren ausloten.

Quelle: AFP