Wirtschaft
Die HSBC kommt nicht aus den Negativ-Schlagzeilen.
Die HSBC kommt nicht aus den Negativ-Schlagzeilen.(Foto: picture alliance / dpa)

Beihilfe zur Steuerhinterziehung: HSBC-Skandal weitet sich aus

Wie vielen Steuersündern hat die HSBC geholfen? Immer mehr Länder erheben schwere Vorwürfe gegen die britische Großbank. Nun wird auch die argentinische Steuerbehörde aktiv: Sie fordert von der HSBC einen Milliardenbetrag zurück.

Neue Vorwürfe gegen die britische Großbank HSBC: Nach dem Skandal um Geldwäsche in den USA werfen immer mehr Länder dem Geldinstitut vor, Steuersündern geholfen zu haben. Jüngstes Beispiel ist Argentinien. Der Chef der Steuerbehörde in Buenos Aires fordert jetzt von HSBC rund 3,5 Milliarden US-Dollar zurück, die argentinische Staatsbürger auf Schweizer HSBC-Nummernkonten vor dem Fiskus versteckt haben sollen.

Bereits im November hatte die argentinische Steuerbehörde AFIP Strafanzeige gegen den Konzern eingereicht. Der Vorwurf: HSBC Argentina, HSBC Private Bank Suisse und die US-Tochter sollen in Steuerhinterziehungen involviert gewesen sein. Die argentinische HSBC wies die Vorwürfe weit von sich und verwies auf eigene rigorose Risiko- und Compliance-Standards. "HSBC kooperiert voll und ganz mit den argentinischen Regulatoren, darunter AFIP und dem Justizsystem", betonte das Geldhaus. Es  erfüllt nach eigenen Angaben alle Auflagen sowie Normen in Argentinien und verstößt gegen keinerlei Gesetze.

Offiziell hat Buenos Aires noch nicht die Gelder zurückverlangt. Ein AFIP-Vertreter ließ offen, welcher Schritt als nächstes erwogen werde. Momentan gründet Argentiniens Hoffnung, dass HSBC die Finanzmittel tatsächlich überweist, auf wenig mehr als der staatlichen Willenserklärung. Falls Einzelkunden oder Unternehmensklienten ihre Aktiva nicht ordnungsgemäß angegeben hätten und keine Steuern zahlten, müssten diese das Problem aus eigener Anstrengung gemeinsam mit Argentiniens Steuerbehörde aus der Welt schaffen, gab sich HSBC unschuldig.

Tausende Kunden beim Transfer unterstützt

Bereits vorher hatte sich AFIP-Direktor Ricardo Echegaray mit britischen Steueroffiziellen in London zusammengesetzt. Er wollte mehr darüber erfahren, wie der Finanzkonzern mit den weltweiten Ermittlungen in puncto Steuerbetrügereien umzugehen gedenkt. HSBC verfügt über eine Bilanzsumme von 6,7 Milliarden Dollar in Argentinien und ist gemessen an dieser Kennzahl die Nummer sieben in dem lateinamerikanischen Staat. Echegaray hatte HSBC im November vorgeworfen, mehr als 4000 Kunden beim Transfer von Geldern ins Ausland unterstützt zu haben.

Argentinien erhebt eine Vermögenssteuer. Staatsbürger müssen ihr Vermögen offenlegen. Bankkonten sind selbst dann zu benennen, wenn auf ihnen gar kein Einkommen anfällt. Einige HSBC-Kunden - wie der führende Kabelfernsehen- und Internetanbieter Cablevision - räumten bereits ein, Konten in der Schweiz zu besitzen. Die Konten seien bei der AFIP jedoch ordnungsgemäß deklariert worden, versichert Cablevision.

Nach eigenen Angaben erlangte die AFIP Kenntnis von den Schweizer Konten durch die Regierung in Paris. Im November hatten französische Staatsanwälte angekündigt, die Schweizer Tochter von HSBC wegen Geldwäsche unversteuerter Finanzmittel unter die Lupe zu nehmen. Damals hatte die Bank unterstrichen, sie kooperiere mit dieser Untersuchung "so weit wie irgend möglich".

Ungefähr zu dieser Zeit trat auch ein belgischer Richter auf den Plan. Demnach sollen die Briten belgischen Staatsbürgern seit 2003 dabei geholfen haben, Gelder am Fiskus vorbei auf Geheimkonten zu schleusen. Auch hier wiederum will HSBC mit den Ermittlungen kooperieren.

Quelle: n-tv.de

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