Wirtschaft

"Kollektiver Wahnsinn": Hague macht Eurozone nieder

Die Länder der Eurozone sind derzeit schwer mit sich selbst beschäftigt. Da kommen aus London schrille Töne: Großbritanniens Außenminister Hague spricht von einem "brennenden Haus ohne Ausgang". Deutschland werde schwächere Mitgliedsstaaten der Eurozone wie etwa Griechenland für "den Rest ihres Lebens" stützen müssen.

William Hague
William Hague(Foto: picture alliance / dpa)

Großbritanniens Außenminister William Hague hat die Eurozone als "brennendes Haus ohne Ausgang" bezeichnet. "Es war Wahnsinn dieses System zu schaffen, jahrhundertelang wird darüber als eine Art historisches Monument kollektiven Wahnsinns geschrieben werden", sagte der konservative Politiker in einem Interview mit dem Politmagazin "The Spectator".

Hague gilt seit jeher als Eurokritiker. Den Vergleich mit dem "brennenden Haus" hatte er bereits Ende der 1990er Jahre gezogen, als Großbritannien sich gegen den Beitritt zur Eurozone entschieden hatte. Deutschland werde schwächere Mitgliedsstaaten der Eurozone wie etwa Griechenland für "den Rest ihres Lebens" stützen müsse, sagte Hague.

Nichtsdestotrotz müssten Länder wie Griechenland, Italien oder Portugal akzeptieren, dass sich "einiges, was in ihren Ländern passiert, sehr stark verändern wird", sagte Hague. "Sogar stärker, als wenn sie nicht in der Eurozone wären", fügte er hinzu.

Der Kontinent stehe nun vor der Aufgabe, den Scherbenhaufen zusammenzukehren. "Der Euro ist da und wir müssen damit umgehen", sagte der britische Außenminister. Er fügte hinzu, er werde darum kämpfen, Befugnisse von der EU nach Großbritannien zurückzuholen. "Die EU hat zu viel Macht", sagte er. "Es gibt Befugnisse, die in dieses Land zurückgeholt werden sollten", betonte Hague.

Stärkerer EU-kritischer Kurs

Die Regierung von Premierminister David Cameron ist zuletzt wieder auf Distanz zur Europäischen Union gegangen. "Was heute schon für den Euro gilt, könnte in Zukunft auf mehr Bereiche zutreffen", sagte Hague bereits vor Tagen.

Großbritannien ist Mitglied der 27 Staaten umfassenden EU, aber nicht der Eurozone, des gemeinsamen Währungsgebiets aus 17 EU-Staaten. Die britische Regierungskoalition aus traditionell euroskeptischen, konservativen Tories und europafreundlicheren Liberaldemokraten steht unter zunehmendem Druck von Europakritikern in den eigenen Reihen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen