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Ihren Standort in Leipzig mit rund 220 Beschäftigten will die Heidelberger Druckmaschinen AG komplett schließen.
Ihren Standort in Leipzig mit rund 220 Beschäftigten will die Heidelberger Druckmaschinen AG komplett schließen.(Foto: picture alliance / dpa)

Höherer Gewinn im Visier: Heideldruck streicht weltweit 650 Stellen

Zwar schreibt Heidelberger Druck wieder schwarze Zahlen. Doch der Gewinn soll künftig noch höher ausfallen: Dafür will der Maschinenhersteller unrentable Geschäftsbereiche dicht machen. In Deutschland sind drei Standorte und 450 Jobs betroffen.

Heidelberger Druck stellt einen großen Teil seines Geschäfts mit Maschinen zur Weiterverarbeitung von Druckerzeugnissen ein. Von dem Abbau der Produktionskapazitäten seien 650 Mitarbeiter weltweit betroffen, teilte der Druckmaschinenhersteller mit.

Vorstandschef Gerold Linzbach will durch die Trennung von unrentablem Geschäft die Rendite steigern, nachdem das krisengeplagte SDax-Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr 2013/2014 mit einem Nettogewinn von vier Millionen Euro erstmals seit fünf Jahren unter dem Strich wieder schwarze Zahlen geschrieben hatte.

Ab dem kommenden Geschäftsjahr 2015/2016 werde das Ergebnis durch die Einstellung der defizitären Produkte um 30 Millionen Euro jährlich verbessert. Der Konzern komme damit seinem Ziel näher, einen operativen Gewinn von acht Prozent des Umsatzes zu erreichen. Von der Weiterverarbeitung, mit der Heideldruck rund zehn Prozent seines Jahresumatzes von zuletzt 2,4 Milliarden Euro machte, bleiben nur die Falzmaschinen übrig.

Standort Leipzig wird dicht gemacht

In Deutschland seien 450 Arbeitnehmer betroffen. Der Standort Leipzig, wo 220 Mitarbeiter Geräte für Sammelhefter und Klebebindungen herstellen, werde ganz geschlossen. Auch in Ludwigsburg und in Wiesloch-Walldorf fallen Stellen weg.

Der Weltmarktführer für Bodendruckmaschinen hat in den vergangenen Jahren eine drastische Schrumpfkur durchgemacht. Die Finanzkrizse 2008 hatte die Kurpfälzer hart getroffen, weil Druckereien reihenweise schließen mussten und die Nachfrage nach neuen Maschinen einbrach. Vor der Krise hatte Heidelberger Druck noch 20.000 Mitarbeiter beschäftigt, inzwischen sind es noch 13.000.

Für die kommenden Jahre hat Linzbach mehr Wachstum im Digitaldruck, bei Dienstleistungen und dem Handel mit Verbrauchsmaterialien in Aussicht gestellt. Hier will Heideldruck auch zukaufen. In naher Zukunft seien Entscheidungen zu erwarten, sagte ein Sprecher.

Quelle: n-tv.de

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