Wirtschaft
Kasper Rorsted verlässt das Unternehmen.
Kasper Rorsted verlässt das Unternehmen.(Foto: picture alliance / dpa)

Überraschung am Markt: Henkel-Chef tritt ab

Nach acht Jahren an der Spitze verlässt Kasper Rorsted den Konsumgüter-Riesen Henkel. Ein Nachfolger steht schon fest. Er soll nun die nächste Mehrjahresplanung ausarbeiten.

Der Konsumgüterkonzern Henkel muss sich einen neuen Chef suchen. Der Vorstandsvorsitzende, Kasper Rorsted, tritt zurück. Er werde zum 30. April als Vorstandsvorsitzender auf eigenen Wunsch ausscheiden, teilte Henkel mit. Neuer Chef werde Hans Van Bylen, der derzeit das Geschäft mit Kosmetik und Körperpflege verantwortet. Über den Nachfolger Van Bylens werde zu gegebener Zeit entschieden.

Mit dem Wechsel im Vorstandsvorsitz zu diesem Zeitpunkt werde sichergestellt, dass der zum Ende diesen Jahres zur Verabschiedung anstehende neue Strategiezyklus 2017-2020 von Van Bylen erarbeitet und verantwortet werde, so Henkel. Die Aufsichtsratschefin Simone-Bagel-Trah würdigte Rorsted Leistung an der Spitze des Unternehmens. In dieser Zeit hätten sich Umsatz und Profitabilität deutlich erhöht. Zudem sei der Börsenwert um mehr als Dreifache gestiegen.

Der 53-jährige Rorsted ist seit elf Jahren im Vorstand und führte das Unternehmen seit acht Jahren. der ein Jahr ältere van Bylen arbeitet seit 1984 für den Konzern und verantwortet seit 2005 den Unternehmensbereich Beauty Care. Der gebürtige Belgier ist verheiratet und dreifacher Vater.

Zu Henkel gehört unter anderem die Marken Persil und Schwarzkopf. Der Konzern mit Hauptsitz in Düsseldorf hat nach eigenen Angaben weltweit rund 50.000 Mitarbeiter. 2014 machte Henkel 16,4 Milliarden Euro Umsatz.

Um den Dänen Rorsted hatte es in der Vergangenheit immer wieder Wechsel-Gerüchte gegeben. Unter anderem war Rorsted als Nachfolger von Adidas-Chef Herbert Hainer ins Spiel gebracht worden. Die Adidas-Aktie legte zu.

Am Markt überraschte die Nachricht. Das Papier verliert nach der Bekanntgabe fünf Prozent. Damit fielen die Henkel-Aktien erstmals seit Anfang Oktober wieder unter 90 Euro. "Rorsted war extrem auf die Rendite fokussiert, und er hatte Erfolg damit", sagt ein Händler. Am Markt rechne man für 2015 mit einer kräftig steigenden Dividende, und auch für 2016 und 2017 würden am Markt steigende Dividenden prognostiziert. "Dieses Szenario wird nun zwar nicht grundsätzlich in Frage gestellt, aber mit dem Weggang Rorsteds doch unsicherer", sagt der Händler.

Quelle: n-tv.de

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