Gut geklebt ist halb gewonnenHenkel hebt Prognose an
Henkel profitiert von der anziehenden Konjunktur. Mit einem Gewinnsprung überrascht der Persil- und Pritt-Hersteller. Vor allem die Entwicklung der Klebstoffsparte sorgt für gute Stimmung beim Vorstand: Der Ausblick fällt positiver aus.
Der Konsumgüterhersteller Henkel hat seine Jahresprognose nach einem Gewinnsprung im ersten Quartal deutlich angehoben. Henkel profitiert von der anspringenden Konjunktur und fährt die Früchte seines Sparprogramms ein.
Bei einem Umsatz von 3,51 Mrd. Euro nach 3,26 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum seien der operative Ertrag (Ebit) auf 422 Mio. Euro von 218 Mio. Euro und der Gewinn nach Anteilen Dritter im ersten Quartal auf 259 Mio. Euro nach 117 Mio. Euro geklettert, teilte Henkel mit. Zulegen konnte der Hersteller vor Pritt und Persil vor allem wegen besserer Ergebnisse im Waschmittelgeschäft und in seiner konjunkturabhängigen Klebstoffsparte, die im vergangenen Jahr von der Krise schwer gebeutelt worden war.
"Der Bereich Adhesive Technologies hat zu alter Wachstumsstärke zurückgefunden", bilanzierte Henkel-Chef Kasper Rorsted. Henkel hatte den Bereich mit milliardenschweren Zukäufen zum weltweit größten Klebstoffproduzenten ausgebaut. Die Sparte, die knapp die Hälfte der Umsatze einfährt, hatte noch 2009 wegen der Krise wichtiger Abnehmer-Branchen herbe Rückgänge verbucht. Nun kletterte der Umsatz um 14,5 Prozent auf rund 1,7 Mrd. Euro, das Ebit wurde mit 185 Mio. Euro mehr als verdreifacht. Vor allem das Geschäft mit Kunden aus der Auto-Industrie habe deutlich zugelegt, teilte Henkel mit. Im weniger konjunkturabhängigen Geschäft mit Waschmitteln konnte der Konzern zudem deutlich profitabler arbeiten.
Optimismus wächst
Henkel übertraf damit die Erwartungen des Marktes deutlich. Analysten hatten mit einem Umsatz von 3,43 Mrd. Euro, einem Ebit von 370 Mio. Euro und einem Überschuss von 229 Mio. Euro gerechnet.
Henkel selbst erwartet für das laufende Jahr, beim bereinigten Ebit und beim Ergebnis je Vorzugsaktie um mehr als 15 Prozent gegenüber 2009 zulegen zu können. Zuvor war eine Steigerungsrate von mindestens zehn Prozent als Ziel ausgegeben worden.
Steigende Quartalsumsätze hatten auch die Wettbewerber Procter & Gamble (P&G) sowie Colgate-Palmolive bekanntgegeben. Branchenprimus P&G hatte die Erlöse um sieben Prozent gesteigert, bei Colgate-Palmolive legten sie um knapp zehn Prozent zu. In der Vergangenheit litten Markenhersteller unter der Sparsamkeit der Verbraucher in der Krise, die verstärkt zu billigeren Produkten gegriffen hatten.