Wirtschaft
Die Pläne in London und Frankfurt ändern die Lage: Charles Li lässt die Wettbewerbssituation nicht aus dem Blick.
Die Pläne in London und Frankfurt ändern die Lage: Charles Li lässt die Wettbewerbssituation nicht aus dem Blick.(Foto: REUTERS)

Pläne in London und Frankfurt: Hongkong fürchtet neue "Börsen-Macht"

Die Aussicht auf einen Zusammenschluss der beiden wichtigsten Handelsplätze in Europa lässt die Wettbewerber in Asien nicht unberührt: Der Chef der Börse in Hongkong denkt laut - und mit dezenten Andeutungen - über die Konsequenzen nach.

Die mögliche Fusion von Deutscher Börse mit der London Stock Exchange lenkt die Aufmerksamkeit internationaler Konkurrenten auf Europa: Die Entwicklungen rund um einen möglichen Zusammenschluss werden Branchenkennern zufolge auch in Hongkong aufmerksam beobachtet.

Ein solcher Zusammenschluss lasse die Aussicht einer pan-europäischen Börsenmacht am Horizont auftauchen, kommentierte Charles Li, Chef der Hong Kong Exchanges & Clearing (HKEx), die Entwicklung. Zu einem möglichen Gegengebot wollte er sich nicht äußern. Unrealistisch wäre ein solches Gebot aus der Sicht von Beobachtern allerdings nicht: Der Hongkonger Börse gehört bereits der Londoner Metallhandelsplatz LME.

Die HKEx denke derzeit nicht über einen Zukauf wie den der LME nach, sagte Li - mit offenkundiger Betonung auf "derzeit". Der chinesische Börsenbetreiber hatte die LME im Jahr 2012 gekauft. Wann immer es Möglichkeiten zur Steigerung des Wachstums gebe, schaue sich die Börse dies an, fügte Li hinzu. Der Börsenbetreiber sei jedoch nicht aktiv auf der Suche, nur um irgendetwas ins Portfolio aufzunehmen.

Auf Augenhöhe mit Europa

Die HKEx hatte im vergangenen Jahr ihren Nettogewinn um mehr als die Hälfte auf knapp 8 Milliarden Hongkong-Dollar gesteigert. Umgerechnet entspricht das einem Reingewinn von 950 Millionen Euro. Die Marktkapitalisierung des Börsenbetreibers liegt bei knapp 25 Milliarden Euro und damit ähnlich hoch wie die eines möglichen Zusammenschlusses aus London Stock Exchange und Deutscher Börse.

Seit Bekanntwerden der Fusionsgespräche ist die Aufmerksamkeit der Branche voll auf die Entwicklungen in Europa gerichtet. Der US-Börsenbetreiber ICE denkt schon laut über ein mögliches Gegengebot für die Londoner Börse nach, während seinem Rivalen CME ebenfalls ein Interesse nachgesagt wird.

Quelle: n-tv.de

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