Wirtschaft

Größter Börsengang seit 2007IPO von Hochtief Concessions

19.11.2009, 19:54 Uhr

Die Infrastruktur-Sparte von Hochtief strebt den ersten milliardenschweren Börsengang in Deutschland seit mehr als zwei Jahren an. Das Emissionsvolumen von Hochtief Concessions könne bis zu 1,005 Mrd. Euro erreichen, teilte der größte deutsche Baukonzern mit.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Dass die Milliardenmarke überschritten wird, ist allerdings nicht sicher: Hochtief will nur so viele Aktien abgeben, dass der Konzern mindestens 51 Prozent an seinen in der Sparte gebündelten Flughafen-, Mautstraßen- und Schulprojekten behalte.

Hochtief setzte die Preisspanne für die Tochter auf 24 bis 29 Euro fest. Die Aktien können von Freitag an bis 3. Dezember gezeichnet werden, einen Tag später sollen sie erstmals an der Frankfurter Börse notiert werden.

Anfang November 2007 hatte der Börsengang der Hamburger Hafengesellschaft HHLA fast 1,2 Mrd. Euro eingebracht. In der Finanzkrise waren die Neuemissionen dann aber fast völlig versiegt.

Weitere Börsengänge?

Hochtief Concessions wird nun von vielen Marktexperten als "Eisbrecher" gesehen, dem bei einem entsprechenden Erfolg Anfang 2010 eine Vielzahl weiterer Börsengänge folgen könnte. Vor allem Finanzinvestoren stehen bereits in den Startlöchern, um sich von ihren Beteiligungen trennen zu können. Auch der zweitgrößte Kabelnetzbetreiber in Deutschland, Unitymedia, hatte noch für dieses Jahr einen Börsengang geplant, wurde aber kurz vorher für 3,65 Mrd. Euro vom US-Kabelriesen Liberty Global geschluckt.

Der Preis soll am 3. Dezember festgelegt werden. Der Tochtergesellschaft sollten 600 Mio. Euro zufließen, die der neue Vorstandschef von Hochtief Concessions, Peter Noe, nach Abzug der Kosten des Börsengangs in die Finanzierung des Wachstums stecken will. Der Betrag entspricht genau der Investitionen, die sich Noe vorgenommen hat.

Damit müsste das Unternehmen umso mehr neue Aktien ausgeben, desto geringer der erzielbare Preis dafür ist. Die Maximalzahl von 25 Mio. Stück müsste nur am unteren Ende der Spanne zugeteilt werden. Vom Umfang der Kapitalerhöhung wiederum hängt ab, wie viele Papiere Hochtief abgeben kann, ohne die Mehrheit zu verlieren. Im Höchstfall wären es 14,23 Mio., davon 4,79 Mio. als Mehrzuteilungsoption (Greenshoe). Hochtief würden damit zwischen 280 und 400 Mio. Euro zufließen.

Die Hochtief-Aktie gab am Donnerstag 2,2 Prozent auf 55,32 Euro ab. "Die Preisspanne liegt unter dem Nettowert der Beteiligungen von 1,54 Mrd. Euro. Aber das ist wohl nötig, damit der Börsengang klappt", sagte Analyst Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe. Hochtief-Vorstandschef Herbert Lütkestratkötter sagte: "Die Preisspanne reflektiert die Erwartungen, denen wir in den Investorengesprächen begegnet sind."

Quelle: wne/rts