Wirtschaft

Weltwirtschaft vor schwierigem Jahr: IWF-Chefin sieht viele Risiken

Der Internationale Währungsfonds macht der Weltwirtschaft wenig Hoffnung: Auch viele Jahre nach der Krise sei in der globalen Konjunktur der Wurm drin. Mehr politische Anstrengungen zum Ankurbeln der Wirtschaft seien nötig.

Christine Lagarde: "Es wird zu wenig investiert und konsumiert."
Christine Lagarde: "Es wird zu wenig investiert und konsumiert."(Foto: dpa)

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat sich pessimistisch über die Entwicklung der Weltwirtschaft geäußert. Trotz sinkender Ölpreise und einer besseren Konjunktur in den USA gebe es scharfen Gegenwind für die globale Erholung, sagte Lagarde in Washington. Zu viele Länder litten noch immer unter den Folgen der schweren Krise, darunter hohe Arbeitslosigkeit und Schulden. Es werde insgesamt zu wenig investiert und konsumiert.

Die IWF-Chefin beklagte vor allem das schwache Wachstum in der Eurozone und in Japan. Zudem wüchsen aufstrebende Volkswirtschaften wie China langsamer. "Das globale Wachstum ist immer noch zu gering, zu zerbrechlich und zu einseitig", sagte die Französin. Es gebe immer noch "mächtige Faktoren", die es bremsten.

Lagarde rief die Politik erneut zu strukturellen Reformen und Investitionen in Infrastruktur und Konsummaßnahmen auf. In der Eurozone gebe es wahrscheinlich Anlass zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik.

US-Zinserhöhung könnte Schwellenländer belasten

Zudem bestünden gravierende ökonomische Risiken. Dazu zählte die Französin die unterschiedliche Geldpolitik in den großen Volkswirtschaften. Die mögliche erste Zinserhöhung in den USA seit dem Jahr 2006 könnte sich negativ auf Schwellenländer und die globale Finanzstabilität auswirken. Auch der starke Dollar und der niedrige Ölpreis könnten schwächeren Ländern schaden. Erschwerend hinzu kämen geopolitische Krisen wie in der Ukraine.

Auch die Weltbank, eine Schwesterorganisation des IWF, hatte vor wenigen Tagen nur ein moderates Wachstum der Weltwirtschaft von drei Prozent im laufenden Jahr prognostiziert. In den zwei Jahren vor der Krise war die globale Wirtschaft noch um 4 Prozent (2006) beziehungsweise 3,7 Prozent (2007) gewachsen. Der IWF legt seinen aktualisierten Weltwirtschaftsausblick in der kommenden Woche vor.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen