Wirtschaft
Produktion im VW-Nutzfahrzeugwerk in Hannover.
Produktion im VW-Nutzfahrzeugwerk in Hannover.(Foto: picture alliance / dpa)

Deutsche Manager sind guter Dinge: Ifo-Index steigt überraschend

Die Vorhersage der Ökonomen hinsichtlich des Geschäftsklimas trifft nicht ein. Der entsprechende Ifo-Index sinkt im Februar nicht, sondern geht weiter hoch. Die Aussichten für die kommenden sechs Monate beurteilten die befragten Führungskräfte pessimistischer.

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft ist trotz der Turbulenzen in vielen Schwellenländern so gut wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Das Barometer für das Geschäftsklima stieg im Februar überraschend den vierten Monat in Folge, und zwar um 0,7 auf 111,3 Punkte, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) zu seiner Umfrage unter rund 7000 Managern mitteilte. Ökonomen hatten eine Stagnation erwartet. "Die deutsche Wirtschaft behauptet sich in einer wechselhaften Großwetterlage", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Die Unternehmen bewerteten ihre Lage erneut besser, während sie die Aussichten für die kommenden sechs Monate etwas vorsichtiger einschätzten: Das Barometer für die Erwartungen fiel um 0,6 auf 108,3 Punkte, das für die Lage stieg um 2,0 auf 114,4 Zähler.

Bei den Dienstleistern, in der Baubranche und im Großhandel trübte sich das Klima ein, dagegen hellte es sich im Einzelhandel und in der Industrie auf. Die Exportaussichten der Industrie wurden allerdings auch wegen der schwierigen Lage in großen Schwellenländern wie Brasilien nicht mehr ganz so optimistisch gesehen.

Schwellenländer-Turbulenzen bleiben eine Gefahr

Ökonomen sehen Europas größte Volkswirtschaft im Aufwärtstrend. "Die optimistischen Erwartungen der letzten Monate waren nicht unbegründet", sagte DekaBank-Experte Andreas Scheuerle zu der deutlich verbesserten Geschäftssituation. "Das ist die eigentlich gute Nachricht."

Allerdings warnen Volkswirte angesichts der Risiken für die Weltwirtschaft vor übertriebenem Optimismus. "Die Unternehmen bauen darauf, dass Deutschland in diesem und im kommenden Jahr deutlich kräftiger wächst", sagte der Chefvolkswirt der staatlichen Förderbank KfW, Jörg Zeuner. "Das setzt allerdings voraus, dass die Finanzmarkt-Turbulenzen in den Schwellenländern nicht eskalieren - was im Extremfall die globale Erholung beschädigen könnte und für die deutsche Exportwirtschaft genauso dämpfend wäre wie ein ernsthafter Rückschlag in Europa."

Währungsturbulenzen in großen Schwellenländern und einige schwächere Konjunkturdaten aus den USA hatten zuletzt wieder Zweifel am erwarteten Aufschwung der Weltwirtschaft genährt. Die Bundesregierung sagt der deutschen Wirtschaft 2014 wegen der guten Binnenkonjunktur ein Wachstum von 1,8 Prozent voraus. 2013 waren es lediglich 0,4 Prozent.

"Diese Währungsturbulenzen sind schon ein ernsthaftes Problem. Die türkische Lira ist ja gefallen, in Argentinien haben wir einen dramatischen Verfall, in Brasilien, in Indien gibt es Probleme", sagte Ifo-Chef Sinn bei n-tv. "Diese Länder haben sich sehr stark verschuldet in der Vergangenheit, haben eine blasenhafte Wirtschaftsentwicklung gehabt. Und das könnte platzen. Oder: Es ist am Platzen. Das sollte man nicht zu gering einschätzen."

Quelle: n-tv.de

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